Weiden in der Oberpfalz
29.03.2026 - 20:02 Uhr

Klangfülle aus der Stille von den Meistern der Mehrstimmigkeit

Der schwedische Barockcellist Ludwig Frankmar gestaltet in der gut besuchten Josefskirche in Weiden einen eindrucksvollen Konzertnachmittag zwischen Andacht, Klangtiefe und feiner musikalischer Gestaltung.

Ludwig Frankmar bei seinem Konzert in der Josefskirche. Bild: Kunz
Ludwig Frankmar bei seinem Konzert in der Josefskirche.

Es war ein stiller, monotoner Beginn, fast unscheinbar. Ganz vorne im Altarraum der gut besuchten Josefskirche saß ein einzelner Musiker mit seinem Instrument. Und doch entfaltete sich der Sonntagnachmittag unter dem Motto "Einstimmige Musik von Meistern der Mehrstimmigkeit" als besonderes Klangerlebnis. Ludwig Frankmar zeigte, wie viel Kraft und Ausdruck in einem einzigen Barockcello stecken kann.

Schon nach wenigen Tönen war der Raum erfüllt. Mal klangen die Melodien leise und nachdenklich, dann wieder kräftig und klar. Obwohl nur ein Musiker spielte, wirkte die Musik stellenweise erstaunlich voll. Viele Zuhörer ließen sich einfach tragen. Viele Zuhörer ließen sich einfach tragen. Man konnte auch ohne barockmusikalischer Vorkenntnisse diese ganz besondere Stimmung sofort aufnehmen.

Die Stücke von Marin Marais lebten von feinen Verzierungen und wiederkehrenden Motiven. Dabei entstanden ruhige, fast gleichmäßige Abschnitte, die eine besondere, beinahe meditative Atmosphäre schufen ohne dass die Tonfolgen von der Größe der Kirche verschluckt wurden.

Zwischen den beiden Konzertteilen gab es eine meditative Lesung. Für einen Moment stand nicht die Musik im Mittelpunkt, sondern das Wort. Aber genau diese kurze Pause gab dem Nachmittag eine besondere, fast feierliche Stimmung. Im zweiten Teil mit Musik von Georg Philipp Telemann wirkte das Spiel etwas lebendiger und bewegter.

Frankmar blieb dabei ganz bei sich. Der Musiker entstammt einer schwedischen Kirchenmusikerfamilie und wuchs in Malmö auf, wo er auch studierte. Viele Jahre arbeitete er als Orchestermusiker, beschäftigte sich später aber in Amsterdam mit Barockmusik. Heute konzentriert sich Frankmar auf die frühe Solomusik der kleinen Bassinstrumente aus der Zeit der späten Renaissance und des Barock, als es zwischen Gamben und Violoncello noch keine deutliche Trennung gab.

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