23.05.2019 - 18:25 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kliniken: Mit Defizit leben

Josef Götz, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG, sitzt wieder fest im Sattel. Die Pläne einen dreiköpfigen Vorstand zu etablieren, sind gescheitert. Zeit, sich wieder den Tagesgeschäften zu widmen.

Der Chef der Kliniken AG sitzt wieder fest im Sattel. Auch am Defizit hat sich nichts geändert.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Und diese Tagesgeschäfte stehen im wirtschaftlichen Bereich nach wie vor unter der Überschrift "Defizite". Inzwischen steht der Abschluss für das Jahr 2018. Dieser weist laut Götz eine Lücke von knapp 3,5 Millionen Euro aus. Das sind zwar 500000 Euro weniger als 2017, kann aber auch nicht zufriedenstellen. Für das laufende Jahr sieht der Wirtschaftsplan eine Defizit von 1,5 Millionen Euro vor. Derzeit ist es nach Auskunft des Vorstandes äußerst schwierig, die weitere Entwicklung vorherzusagen.Es könne dabei bleiben, aber auch schlechter werden, sagte Götz auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. Nur eines sei ziemlich sicher: "Besser wird's sicher nicht."

Dabei hat sich die Zahl der stationären Fälle um 400 auf 43000 erhöht, davon knapp 30000 im Klinikum Weiden. Die Erlöse im vergangenen Jahr nahmen von 209,5 Millionen auf 218 Millionen Euro zu. Gleichzeitig stiegen zum Beispiel aber auch die Personalkosten (von 141 auf 146,2 Millionen Euro. Dazu kommen erhöhte Sachkosten und Ausgaben für die zunehmende Bürokratie.

Immer problematischer werden die Engpässe beim medizinischen Fachpersonal, egal ob Ärzte oder Pflegekräfte. Sie haben auch dazu geführt, dass die Zahl der Vollzeitkräfte an der Kliniken AG im vergangenen Jahr um 10 auf 2022 zurückgegangen ist. Das nutzen zunehmend Firmen, die Arbeitskräfte gegen teures Geld zur Verfügung stellen, für mehrere Wochen, aber sogar auch für einzelne Facharztdienste.

Die Aufsichtsräte, die sich erneut Ende Juni treffen, wollen jetzt erst einmal abwarten, wie sich die Maßnahmen des "Zukunftskonzepts 2020" auswirken werden. Dazu zählen in Weiden die Optimierung des Aufnahme- und Entlass-Managements sowie die OP-Planung. Besonders im Blick steht jedoch die Umwandlung des Standorts Waldsassen von der stationären Akutversorgung in ein Intersektorales Gesundheitszentrum (IGZ). Diese bedeutet den Aufbau einer erweiterten ambulanten Versorgung, die es Patienten ermöglicht, für wenige Tage stationär in Waldsassen behandelt zu werden.

Sollten alle Maßnahmen nicht greifen, wird wohl wieder über eine Wiederbelebung der neuen Service-Gesellschaft (ruht derzeit für Personal) nachgedacht. Und man wird über jährliche Zuschüsse der drei Träger, Landkreise Tirschenreuth, Neustadt und Stadt Weiden, reden müssen.

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