06.03.2019 - 18:32 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kliniken Nordoberpfalz: Verdi führt Gespräche

"Über Einsparungen beim Reinigungspersonal die Klinik zu sichern, ist widersinnig", sagt Verdi-Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner. Er findet die Pläne der Kliniken Nordoberpfalz bedenklich und setzt auf die laufenden Gespräche.

Die Gewerkschaft Verdi würde sich wünschen, alle Beschäftigte der Kliniken Nordoberpfalz "unter ein Tarifvertragsdach" zu bekommen. Seit Mittwoch läuft eine Befragung unter der Belegschaft.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Dass überhaupt welche stattfinden sei bisher nicht selbstverständlich gewesen. "Wir waren bisher als Gewerkschaft nicht involviert", sagte Gröbner beim Jahrespressegespräch der Gewerkschaften. Jetzt endlich gebe es Gespräche mit dem Klinikvorstand. "Außerdem haben wir gestern eine Unterschriftenaktion unten den Beschäftigten gestartet. Wir würden gerne alle unter ein einheitliches Tarif-Dach bekommen."

Einen Erfolg verspreche man sich auch bei der laufenden Entlastungskampagne zur Pflege. In Bayern hätten sich 107 000 Unterzeichner für das Volksbegehren "Gegen den Pflegenotstand" ausgesprochen, 6000 Unterschriften davon kamen aus der Oberpfalz. "Am Freitag werden die Unterschriften beim Innenministerium eingereicht. Bis zum Herbst werden wir dann wissen, ob wir neben den Bienen auch die Pflege retten müssen", sagte der Bezirksgeschäftsführer. Die Branche stehe gewaltig unter Druck. Um eine wohnortnahe medizinische Versorgung weiterhin gewährleisten zu können, müsse jetzt gehandelt werden.

Positives wusste Gröbner von anderen "Fronten" zu berichten. Er freue sich, dass "Mister Verdi" Frank Bsirske auf Länderebene ein "sehr guter Tarifabschluss" im Öffentlichen Dienst gelungen sei. "Dafür mussten wir vor die Türen auf die Straße geben, aber es hat sich gelohnt." Ähnliches hoffe man auf kommunaler Ebene zu erreichen. "Hier erleben wir, dass die Arbeitgeber mittlerweile um jeden Cent feilschen." Die restriktive Einstellungspolitik räche sich in Zeiten des Fachkräftemangels. Die Arbeitgeber müssten jetzt handeln, denn "in den nächsten zehn Jahren hört rund ein Drittel der Beschäftigten auf". Zu Tarifeinigungen sei es beim BRK gekommen, bei den Arbeiterwohlfahrtsverbänden liefen die Verhandlungen noch. Abschlüsse gebe es auch in privaten Kliniken wie zum Beispiel der Asklepios-Klinik Lindenlohe. Neue Arbeitszeitmodelle stünden bei den Beschäftigten der AOK im Raum. Ab 25. März soll hierzu eine Befragung der Belegschaft stattfinden.

Im Verdi-Bezirk Oberpfalz mit seinen Büro-Standorten in Weiden, Amberg und Regensburg und insgesamt elf Ortsverbänden, freut man sich über 1266 neue Mitglieder bei insgesamt 22 000. Dennoch sei der Mitgliederstand "unsere Achillesferse", so Gröbner. "Er ist leicht rückläufig, weil die Altersstruktur jetzt voll durchschlägt. Zu viele Mitglieder sterben uns weg."

Schlechte Tarifbindung:

Für nur noch 53 Prozent aller Beschäftigten in Bayern gilt ein Tarifvertrag. Damit weise der Freistaat die niedrigste Tarifbindung unter allen westdeutschen Bundesländern auf. "Die Tarifflucht muss gestoppt werden", sieht Christian Dietl, DGB-Regionsgeschäftsführer Oberpfalz Arbeitgeber und die Staatsregierung in der Pflicht, ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung nachzukommen. So habe es unmittelbare Auswirkungen auf Einkommen und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, wenn ein Unternehmen tarifgebunden ist. Die Tarifbindung sei schon länger rückläufig. In Bayern sei dieser Trend zuletzt jedoch besonders stark gewesen. "Wir sehen das mit Sorge", sagte Dietl. (shl)

Polizeigewerkschaft freut sich über neue Waffen und neue Kollegen.

Weiden in der Oberpfalz

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