25.07.2019 - 12:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Klinikum Weiden: Teures Parken bremst Ehrenamtliche aus

Angela Erfurt ist auf Krücken angewiesen. Deshalb stellt sie für ihre ehrenamtlichen Krankenbesuche ihr Auto direkt vor dem Eingang des Klinikums ab. Doch wer dort länger als eine halbe Stunde parkt, muss richtig viel zahlen.

Angela Erfurt (71) ist gehbehindert und auf Krücken angewiesen.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Angela Erfurt engagiert sich beim VdK, leitet als Vorsitzende den Ortsverein Windischeschenbach und ist im Vorstand auf Kreisebene tätig. Zu den Aufgaben der 71-Jährigen gehört es, Krankenbesuche im Klinikum zu machen. Erfurt ist gehbehindert und auf Krücken angewiesen - die Folge von Kinderlähmung und einem künstlichen Knie. Deshalb nutzt sie gerne den Parkplatz direkt vor dem Eingang zum Weidener Klinikum. "Die Wege dort sind sehr weit, und ich bin über jeden Meter froh, den ich nicht gehen muss", erzählt sie. Einziges Manko sind die hohen Parkgebühren. Die erste halbe Stunde ist frei, wer dort länger steht, muss zahlen pro weitere geparkte halbe Stunde 2,50 Euro zahlen. "Vergangene Woche waren es 5 Euro, am Mittwoch 7,50 Euro", klagt die Windischeschenbacherin. "Das summiert sich." Im Schnitt kommt Erfurt drei Mal im Monat ins Klinikum.

Erst vor ein paar Tagen hat sie am Empfang nachgefragt, ob man da nicht etwas machen könne. "Dann müssen Sie halt in der Tiefgarage parken", bekam sie zur Antwort. Doch genau das kann sie nicht mit ihrer Gehbehinderung. "Der Weg von der Tiefgarage zum Aufzug im Keller ist sehr weit", klagt die VdK-Ortsvorsitzende. "Und dann muss ich trotzdem bis zum Empfang vor, um nach der Zimmernummer zu fragen."

Michael Reindl, Leiter für Öffentlichkeitsarbeit und Patientenbelange im Klinikum Weiden, hat Verständnis für die Situation von Angela Erfurt. Andererseits kann aber die Parkregelung vor dem Eingang nicht geändert werden. Die wenige Plätze sollen weiterhin für all jene zur Verfügung stehen, die nur kurz ins Klinikum müssen, um etwa Angehörige abzuholen oder hinzubringen. Da die Windischeschenbacherin aber einen Schwerbehindertenausweis (100 Prozent) besitzt und ehrenamtlich tätig ist, möchte das Klinikum Erfurt dennoch entgegenkommen. "In welcher Form das sein wird, werden wir in einem persönlichem Gespräch sicher klären können", verspricht Reindl.

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