14.02.2019 - 18:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Knaller bei CSU: Wolfgang Pausch zieht zurück

Bei der Weidener CSU ist Spannung angesagt. 13 Monate vor den Kommunalwahlen ist das Personal-Karussell kräftig in Schwung gekommen. Am Donnerstag kündigte Fraktionschef Wolfgang Pausch nach fast elf Jahren seinen Rückzug an.

Fraktionschef Wolfgang Pausch (Mitte) kündigt seinen Rückzug an. Auch als OB-Kandidat steht er 2020 nicht zur Verfügung. Die Stimmung bei der CSU-Spitze allerdings ist recht gelöst (von links): Hans Blum, Alois Lukas, Pausch, Stephan Gollwitzer und Markus Bäumler.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Noch am Mittwoch hatte Wolfgang Pausch auf Strategiegespräche verwiesen. Diese könnten noch dauern oder aber auch schnell zu einem Ergebnis kommen. Dann ging es ganz, ganz schnell. Denn keine 24 Stunden später erklärte der CSU-Fraktionsvorsitzende gegenüber Oberpfalz-Medien seinen Rücktritt zum 31. März. Auch eine zweite Oberbürgermeister-Kandidatur komme für ihn nicht mehr infrage.

Damit ein reibungsloser Übergang gewährleistet werden kann, so heißt es in einer schriftlichen Erklärung, findet bereits am Montag, 18. Februar, die Wahl einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers statt. Pausch schließt nicht aus, dass er der 14-köpfigen Fraktion dazu einen Vorschlag unterbreiten werde. Dem Vernehmen nach gibt es mehrere Bewerber. „Wir haben tolle Leute in der Fraktion“, sagte Pausch. Dass die Nachfolgeregelung Auswirkungen auf die OB-Kandidatur haben könnte, sei nicht unbedingt zwingend, er könne dies aber nicht ausschließen. Bewerber für den Chef-Sessel im Rathaus könnten auch von außerhalb der Fraktion kommen.

Der Noch-Fraktionschef erinnerte daran, dass er schon einmal den „Dauerlauf“ bestritten habe. So bezeichnet er den OB-Wahlkampf. Mit Blick auf die Familie sei über die Weihnachtszeit bei ihm der Entschluss gereift, sich in die zweite Reihe der Fraktion zurückzuziehen. Als Stadtrat will Pausch 2020 erneut kandidieren. Es sei der erklärte Wunsch seiner Fraktion, dass er von der CSU für einen der vorderen Listenplätze vorgesehen wird. Er will die Fraktion weiter in den Ausschüssen und Gremien des Stadtrates unterstützen. Vorher aber haben sich die Christsozialen große Ziele gesetzt. Sie wollen den nächsten Oberbürgermeister stellen und größte Fraktion werden. Das werde allerdings schwierig, weil Jens Meyer von der SPD ein respektabler Kandidat sei. Der bringe als Bürgermeister viel Erfahrung mit, sei „fast ein Amtierender“. Deshalb, so Pausch weiter, wäre es gut, wenn die konservativen Kräfte wie Bürgerliste und Freie Wähler ihre Kräfte bündeln würden. Dazu liefen auch Gespräche.

Von der Fraktions- und Parteispitze waren beim Pressegespräch nur Dagmar Nachtigall verhindert. Mit dabei waren Hans Blum, Alois Lukas, Markus Bäumler und Stephan Gollwitzer. Der Kreisvorsitzende dankte Pausch ausdrücklich für die geleistete Arbeit, den Einsatz und das Engagement. Pausch habe sehr viel erreicht.

Gollwitzer will nicht Fraktionschef werden. Er sei als Kreisvorsitzender voll ausgelastet. Zu einer möglichen OB-Kandidatur äußerte er sich nicht. Bäumler ließ offen, ob er für ein Amt zur Verfügung steht. Dagegen winkte Lukas gleich ab. Blum sagte, der Fraktionsvorsitzende solle wegen der Belastung nicht gleichzeitig OB-Kandidat sein. Die sei aber nur seine persönliche Meinung.

Wie geht’s weiter? Nach der Fraktionsvorsitzendenwahl am Montag wählen die 12 Ortsverbände der CSU bis Ende März Vorstände und Delegierte. Am 25. April sind Neuwahlen beim Kreisverband, am 9. Mai soll ein OB-Kandidat oder eine Kandidatin gewählt werden. Ob dann auch schon die Listennominierung stattfinden soll, ist noch offen. Insgesamt will die CSU mehr Frauen etablieren.

Kommentar:

Gerüchteküche

In der Gerüchteküche hat es schon länger gebrodelt. Bei der CSU tut sich was. Die politischen Mitbewerber frotzelten, dass die 14-köpfige Unionsfraktion in drei Gruppen zerfallen sei, und dass es mindestens vier Bewerber um die OB-Kandidatur gebe. Jetzt wissen wir offiziell, dass Wolfgang Pausch nicht mehr dazugehört. Weichgekocht, räumt der Fraktionsvorsitzende gleich ganz das Feld. Vor allem von den jüngeren Mitgliedern fehlte die Unterstützung. Die wollten kein „Weiter so“ mit dem Mann, der sich vor fünf Jahren an der OB-Wahl kräftig die Finger verbrüht hatte. Am Montag geht’s um die Nachfolge. Trotz mehrerer Bewerber hofft die Parteispitze auf eine gemeinsame Lösung. Selbst wenn dies gelingen sollte, bleibt die OB-Kandidatur offen. Und die Gerüchteküche brodelt weiter.

Volker Klitzing

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