Weiden in der Oberpfalz
23.12.2019 - 00:01 Uhr
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"Ich komme immer wieder gerne zurück"

Mit Assistenzärztin Lina Wurm auf Station am Klinikum Weiden.

Auf Visite: Zunächst zog es die Waldsassenerin Lina Wurm zum Studium in die Ferne. Doch die Arbeit am Weidener Klinikum als Klinikstudentin machte ihr so sehr Spaß, dass sie wieder zurückkehrte. Jetzt arbeitet sie dort als Assistenzärztin. Bild: Evi Wagner
Auf Visite: Zunächst zog es die Waldsassenerin Lina Wurm zum Studium in die Ferne. Doch die Arbeit am Weidener Klinikum als Klinikstudentin machte ihr so sehr Spaß, dass sie wieder zurückkehrte. Jetzt arbeitet sie dort als Assistenzärztin.

Guten Morgen, Frau Doktor.“– „Haben Sie mal fünf Minuten für mich?“– „Heute ist es schon viel besser…“: Wenn Assistenzärztin Lina Wurm ihre Stationswoche in der Unfallchirurgie/Orthopädie am Klinikum Weiden hat, ist sie ganz nahe am Patienten. Sie macht die Visite, veranlasst Untersuchungen, erklärt Behandlungen, macht Abschlussgespräche.

„Die Stationsarbeit ist zwar anstrengend, aber das Schöne daran ist, dass man immer direktes Feedback bekommt“, sagt die 25-Jährige, die bereits als Klinikstudentin hier war und nach ihrem Examen im Mai zurückgekehrt ist.

Regelmäßig ist Lina Wurm auch in der Zentralen Notaufnahme eingesetzt, versorgt kleine Notfälle bis hin zum Polytrauma. Am Klinikum Weiden schätzt die junge Medizinerin vor allem die große Fachbreite. „Man hat alle Fachrichtungen vor Ort, die Zusammenarbeit funktioniert perfekt. Es gibt hier sogar drei verschiedene Intensivstationen, das ist Luxus.“

Am Anfang ihres Studiums konnte sich Lina Wurm, die ursprünglich aus Waldsassen stammt, nicht vorstellen, später wieder in die Oberpfalz zurückzukehren. Doch dann kam sie doch – zunächst als Klinikstudentin, jetzt wieder als Assistenzärztin.

„Ich muss zugeben, während meines Studiums war ich nur sehr selten in der Oberpfalz“, erzählt sie. „Ich denke, es ist wichtig, auch mal eine Zeit lang weg zu sein. Dann schätzt man erst wieder, was man hier hat.“

Inzwischen lebt Lina Wurm in Weiden und freut sich nach Feierabend nicht nur über das vielfältige Kulturangebot in der Stadt, sondern auch über die Natur direkt vor der Haustür. „Es ist schon ein gewisses Heimatgefühl“, sagt sie und lacht. „Ich genieße es vor allem, Dialekt sprechen zu können – auch mit den Patienten.“ Und die schätzen es, dass sie verstanden werden. Nicht nur medizinisch, sondern auch sprachlich. Bis ihr Dienst endet, wird Lina Wurm auch heute wieder einige Gespräche führen. Nicht nur mit den Patienten, sondern auch mit den Kollegen. „Später möchte ich noch meinen Facharzt machen“, erzählt sie. „Dafür muss man zwischendurch auch mal woanders hin, um Erfahrungen zu sammeln.“ Doch langfristig möchte Lina Wurm gerne in Weiden bleiben. Denn: „Ich bin zwar gerne mal weg – aber ich komme auch immer wieder gerne zurück.“

Was im Pflegebereich möglich ist

Von der Kinderkrankenschwester zur Pflegedirektorin: Mit einer Ausbildung zur Kinderkrankenschwester begann die Karriere von Michaela Hutzler am Klinikum Weiden. Nach einer Fachweiterbildung und einigen Berufsjahren in München kehrte sie schließlich zurück – und übernahm die Leitung der Kinderintensivstation. Doch dabei blieb es nicht. 2011 begann sie nebenbei ein BWL-Fernstudium, das sie nach sieben Semestern mit dem Bachelor abschloss. Seit vergangenem Jahr ist sie die stellvertretende Pflegedirektorin.

Michaela Hutzler, stellvertretende Pflegedirektorin. Bild: Evi Wagner
Michaela Hutzler, stellvertretende Pflegedirektorin.

ONETZ: Warum haben Sie sich damals für eine Ausbildung im Pflegebereich entschieden?

Michaela Hutzler: Ich wollte Kinderkrankenschwester werden, weil ich mir zum einen natürlich einen gesicherten Arbeitsplatz gewünscht habe. Zum anderen wollte ich gerne im Team und mit Menschen arbeiten. Dieser Beruf gibt einem sehr viel Sinn und Wertschätzung. Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn die kleinen Patienten schließlich gesund nach Hause gehen.

ONETZ: Vermissen Sie manchmal den direkten Kontakt zu den Patienten?

Michaela Hutzler: Ja, manchmal ist das tatsächlich so. Aber jetzt habe ich einen anderen Blickwinkel, ich denke mehr zukunftsorientiert. Als Stationsleiterin ist man sozusagen die Managerin der Station, man erledigt das, was tagtäglich anfällt. Inzwischen setze ich mich dafür ein, dass auch in den nächsten vier bis fünf Jahren alle Pflegekräfte gut arbeiten können. Ich denke, jeder wünscht sich einen Chef, der weiß, wie der tägliche Ablauf direkt am Bett aussieht. Ich habe diesen jahrelang selbst miterlebt.

ONETZ: Warum haben Sie sich für eine Rückkehr von München nach Weiden entschieden?

Michaela Hutzler: Ich habe dieses Heimatgefühl schon vermisst. Außerdem habe ich gemerkt, wie wichtig das Arbeiten im Team ist. Und ich wusste: Das gute Team habe ich in Weiden. Ich kannte das Haus ja schon von meiner Ausbildung. Hier gibt es nicht nur Medizin auf höchstem Niveau, sondern auch kurze Wege. Man kann mit den Vorgesetzten leicht direkt in Kontakt treten. (ewa)

 
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