Weiden in der Oberpfalz
24.05.2022 - 15:39 Uhr
OnetzPlus

Kommentar: Stolpersteine - mehr davon!

In Weiden sollen noch in diesem Jahr erstmals so genannte Stolpersteine verlegt werden, die an Opfer des Holocaust erinnern. Autorin Christine Ascherl hofft, dass dies erst der Anfang ist.

Kommentar von Christine Ascherl
Stolpersteine in Amberg. Bild: Stephan Huber
Stolpersteine in Amberg.

Endlich. Weiden bekommt seine ersten Stolpersteine. Endlich, weil es sonst in Weiden immer und ewig bei zwei einsamen Gedenktafeln an Wohnhäusern geblieben wäre: eine für Familie Hausmann in der Sedanstraße, eine für Kohners in der Frauenrichter Straße.

Ursprünglich gab es zwei weitere: in der Wörthstraße für Kaufmann Hermann Fuld (im KZ Dachau erschossen) und am Hammerweg für den ermordeten Sozialdemokraten Franz Mörtl. 1947 wurden sie angebracht. In den Folgejahrzehnten verschwanden sie auf Nimmerwiedersehen.

Weiden hat in der NS-Zeit schwere Schuld auf sich geladen. Von 170 Angehörigen der jüdischen Gemeinde hat keiner in der Stadt überlebt. Ein Teil zerstob in alle Welt: nach Palästina USA, Kenia, Uruguay und Kuba. Wer zu lange wartete, starb einen elenden Tod in Theresienstadt, Majdanek, Auschwitz, Lublin. . . Das Schicksal der Kupfers steht für das einer Reihe von Familien. Auch an sie muss erinnert werden. Die Steine für Familie Kupfer sind der Anfang. Und sie haben einen Vorteil: Sie können nicht abgehängt werden.

OnetzPlus
Weiden in der Oberpfalz24.05.2022
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.