12.03.2019 - 14:42 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kracher zum Feuerwerk

Über die Lärmbelastung durch die Volksfeste wird schon länger diskutiert. Jetzt fordern die Grünen "weniger Feuerwerk" und in der Folge auch weniger Feinstaub. Die Verwaltung stemmt sich dagegen.

Das 120. Volksfest wurde mit einem Brillantfeuerwerk verabschiedet.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Drei Feuerwerke sind in diesem Jahr geplant, beim Frühlingsfest Ende April/Anfang Mai ein Eröffnungs- und ein Abschlussfeuerwerk sowie beim Volksfest im September ein Abschlussfeuerwerk. Zu viel, meinen die Grünen in einem Antrag zur nächsten Stadtratssitzung am kommenden Montag, 18. März, und verweisen auf die Feinstaubemissionen.

Dagegen bezeichnet die Verwaltung das Abhalten von Feuerwerken bei Volksfesten als ein "absolut dazugehörendes Muss". Diese würden wesentlich zur Attraktivität der Feste beitragen. Bei jeder kleineren "Dorfkirchweih" bilde das Feuerwerk den Höhepunkt des Festes. Das gelte auch für die Feste in Weiden, wie die erheblich höheren Besucherfrequenzen an solchen Tagen beweisen. Wegen der angespannten Haushaltslage musste mal ein Eröffnungsfeuerwerk ausfallen. Schausteller berichteten von herben geschäftlichen Verlusten. Die Zugkraft auf Besucher und Schausteller würde erheblich geschwächt. An Tagen mit Feuerwerk am Abend würden 40 Prozent mehr Besucher gezählt. Im Vorlagebericht verweist die Verwaltung darauf, dass die Feuerwerke in erster Linie von den Schaustellern finanziert werden. Die Verträge samt Vorauszahlungen für das Frühlings- sowie das Volksfest 2019 sind bereits abgeschlossen.

Stark bezweifelt die Verwaltung, ob eine sogenannte "Lasershow" den gleichen Effekt wie ein Feuerwerk erzielen kann. Hier fehle es an Erfahrungen. Ein lautloses Lichtspiel am Himmel dürfte mitten im Lichtermeer des Festbetriebes relativ schnell seine Wirkung verlieren, mutmaßt die Verwaltung. Der Naturschutz gibt zu bedenken, dass die auftretende Blendwirkung durch Laser und die unnatürliche Himmelsbeleuchtung ebenfalls zu einer Beunruhigung von Wildtieren während sensibler Aufzucht- und Fortpflanzungszeiten führen kann. Konkrete Aussagen zum Umfang und der Witterungsabhängigkeit auftretender Feinstaubemissionen bei Feuerwerken würden nicht vorliegen.

Auch über das Volksfest an sich wird in der Stadtratssitzung diskutiert. Nachdem es im vergangenen Jahr erstmals mit einer Gesamtdauer von fünf Tagen in Kombination mit einer Verbrauchermesse unter Regie der Stadt durchgeführt worden ist, wird es 2019 keine grundsätzlichen Änderungen geben. Wegen des durchschlagenden Erfolgs der Messe werden das Messezelt zudem vergrößert und die Öffnungszeiten angepasst. Messeteilnehmer und Schausteller hätten sich für die Beibehaltung einer Festdauer von fünf Tagen (von 12. bis 16. September) ausgesprochen.

Ob Volksfeste ab 2020 auch von der Stadt ausgerichtet werden, muss der Stadtrat entscheiden. Es könnte ein Privater ins Spiel kommen. Voraussetzung wäre eine zumindest bundesweite Ausschreibung. Am Ende ließe sich das jetzige Preisniveau hinsichtlich Standplatzgebühren und Verbraucherpreise wohl nicht halten.

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