11.07.2019 - 10:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kunst in kleinen Schachteln

Klingt witzig, spannend, und ist in anderen Städten längst ein Erfolg: Der Kunstautomat. Was sich dahinter verbirgt, erklärt Projektleiter Axel T. Schmidt im Kulturbeirat.

Die Kunstautomatenschrauber des Kepler-Gymnasium. Der Rest der 13-köpfigen Gruppe im P-Seminar Kunst kümmert sich um des Design der Verpackung.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Die Idee dazu stammt aus dem Jahr 1979. Ein amerikanischer Künstler zerschnitt eines seiner Ölgemälde, packte die Einzelteile in kleine Schachteln und mit denen füllte er einen Süßigkeitenspender im Geschäft seiner Freundin. Das Ganze wurde ein Riesenerfolg. Und deshalb gibt es inzwischen weltweit rund 400 Automaten, die - angelehnt an dieses Konzept - Kunstwerke in limitierter Auflage anbieten.

Nürnberg, Regensburg, Neumarkt und Landshut haben bereits einen Kunstautomaten. Bald soll auch Weiden dazu gehören. Realisiert wird das Projekt von 13 Schülern des P-Seminars Kunst am Kepler-Gymnasium unter Leitung von Kunsterzieher Axel T. Schmidt. Sie sind für das Design zuständig und werden auch erste Gespräche mit Künstlern führen. Wie der zum Kunstspender umfunktionierte Zigarettenautomat künftig aussehen soll, steht bereits fest. Die Schüler tauften ihn "Imperial Art".

Die 10 Schächte werden mit jeweils 50 Schachteln befüllt, die Kunstwerke im Miniaturformat enthalten. Sie dürfen maximal 55 x 88 x 22 Millimeter groß genauso wie die Zigarettenschachteln, die den Automaten früher füllten. Pro Stück müssen die Käufer 5 Euro einwerfen. Kleine Kunst für kleines Geld also, wobei sich der Begriff kleine Kunst lediglich auf die Ausmaße bezieht. Schmidt hatte ein paar Beispiele aus anderen Städten mitgebracht: Vom kunstvoll bemalten Porzellanplättchen bis zu Salz- und Pfefferstreuern aus Holz. Der Phantasie der Künstler sind keine Grenzen gesetzt.

Zwei Mal pro Jahr soll dieser Automat neu bestückt werden mit Werken von jeweils zehn Künstlern. Als Projektleiter will Schmidt den kontinuierlichen Betrieb gewährleisten. Auch eine Homepage ist geplant, auf der Interessenten das jeweilige Angebot einsehen können. Was jetzt noch fehlt, ist ein geeigneter Ort, an dem der Kunstautomat aufgehängt werden kann. Hier bat der Lehrer um die Unterstützung des Kulturamts.

Das Alte Rathaus, Oberes oder Unteres Tor, das NOC waren Vorschläge, die im Kulturbeirat laut wurden. Alle Mitglieder waren von der Aktion begeistert. Der Kunstautomat soll laut Schmidt voraussichtlich im November aufgehängt werden, weil das Kepler-Gymnasium im nächsten Schuljahr 150-jähriges Bestehen feiert. Wo das gute Stück, sprich der Kunstautomat, letztlich hinkommt, wird laut Bürgermeister Lothar Höher im nächsten Kulturbeirat bekanntgegeben.

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