Weiden in der Oberpfalz
11.07.2018 - 16:09 Uhr

Kunst mischt sich ein

Amnesty International zeigt Film über die Zustände in den Straflagern Nordkoreas

Wollen die Leute wachrütteln und auf die Zustände in den Straflagern Nordkoreas aufmerksam machen. Mitglieder von Amnesty International. Bild: Kunz uz
Wollen die Leute wachrütteln und auf die Zustände in den Straflagern Nordkoreas aufmerksam machen. Mitglieder von Amnesty International. Bild: Kunz

(uz) Der Film über eine Flucht aus einem nordkoreanischen Straflager wurde bereits in vielen Amnesty International Gruppen gezeigt. "Wir haben den Film nach Weiden geholt, weil bei uns Nordkorea seit Jahren ein Thema ist", unterstrich Veit Wagner in den Räumen des Weidener Kunstvereins.

Behandelt würden Fluchtversuche nach China und die weitere Entwicklung. "Wer es nicht nach Südkorea schafft, wird ausgenutzt." Die Bandbreite sei groß, erklärte Wagner. "Vergewaltigung, Menschenhandel, Rückführung nach Nordkorea." Und dort blühe zurückgeschickten Flüchtlinge das Straflager. Die Flucht in die Freiheit gelinge meist nur auf privaten Wegen über Nachbarländer Chinas. Der Film sei keine Dokumentation, sondern ein Spielfilm, der nach Aussagen Geflüchteter gedreht worden sei und auf wahren Begebenheiten beruhe. "In China und Russland arbeiten 20000 nordkoreanische Arbeitsmigranten für Hungerlöhne. Der Großteil der Einnahmen geht an den nordkoreanischen Staat." 2017 hätten 1127 Menschen das Land verlassen. Das Recht auf freie Meinungsäußerung sei eingeschränkt. Kein Internetzugang außerhalb dessen, was der Staat erlaube. Positiv anzumerken sei, dass die Leute neuerdings kleiner Geschäfte eröffnen dürften. "Es ändert sich schon was", sagte Wagner. So seien auch westliche Kontrolleure zugelassen.

Wolfgang Herzer berichtete von Familien, die bereits in der dritten Generation in den Straflagern lebten. "Da wurde mal der Großvater inhaftiert und dessen Kinder und Enkel blieben gleich da. Die haben nie ein normales Leben erlebt." Er habe die Räume des Kunstvereins zur Verfügung gestellt, weil Politik und Kunst zusammengingen. "Für viele ist Kunst das Reich der Ästhetik, das sich völlig von der realen Welt abkoppelt. Das ist aber in unserer zeitgenössischen Kunstauffassung nicht der Fall. Kunst mischt sich ein."

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