05.11.2020 - 18:21 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bei Kunstrasenplätzen wertvolle Wochen verloren

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Erst die Stadtratswahlen, gefolgt von Corona, dann der vermeintliche Bombenfund und danach der lange Regen. Wertvolle Wochen hat die SpVgg SV Weiden beim Bau der beiden Korkfußballplätze verloren. Doch der Zeitplan soll dennoch halten.

Direkt ans Wasserwerk-Stadion schließt das neue Funktionsgebäude an, dessen Bodenplatte bereits zu sehen ist. Jenseits der Erdhügel, die von der Bombentrichtersuche herrühren, entstehen die beiden Korkrasenplätze, an denen noch die Erdarbeiten laufen. Links die Mehrzweckhalle.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

"Wir sind abgesoffen", gesteht Manfred Luber, der als Vorstandsmitglied das Projekt Korkfußballplätze der SpVgg SV Weiden leitet, mit Blick auf die vergangenen Wochen. Und als richtig erweist sich bereits die Entscheidung, den Zeitplan doch nicht zu eng zu stricken. Etwa einen Monat rund um die Stadtratswahlen habe das Vorhaben geruht. Die Coronapandemie habe zunächst für Verunsicherung gesorgt.

Raus aus dem Hochwasser

"Wir waren gut unterwegs, als uns die vermuteten Weltkriegsbomben einen dicken Strich durch die Rechnung machten. Allein dadurch haben wir vier Wochen verloren." Danach eignete sich das Wetter nicht unbedingt für die geplanten Aufträge. Mit den derzeit wieder angelaufenen Bodenarbeiten werde das Gelände im Bereich der Kunstrasenplätze über das Niveau des Hochwassers herausgehoben. "Da sind wir auf der sicheren Seite."

In den beiden nächsten Woche rolle das Frostschutzmaterial an, das dann auf gut 17000 Quadratmeter verteilt werden müsse. Auch die Drainagen müssten dann möglichst eingebaut werden. "Sind die drin, kann der Winter kommen", sagt Luber. Ab Mitte oder Ende März - "je nach Wetterlage" - soll dann der Korkbelag aufgebracht werden. Zu erstellen sind natürlich die Erschließung, die Pflasterung der Zugänge, die dreistufige "Zwischentribüne" sowie die Einzäunung. Und auch der bisherige C-Platz, der derzeit aussieht wie eine Mondlandschaft, weil darauf das Material der geöffneten sieben Bombentrichter lagert, musst wieder hergerichet werden.

Luber ist sich sicher, dass bis zum Sommer 2021 die beiden Kunstrasenplätze bespielbar sind. "Mein Traum wäre der 1. Juni. Wir hätten es auch früher geschafft, wenn uns nicht ein halbes Jahr abhanden gekommen wäre." Die beiden Kunstrasenplätze würden vor allem von den jungen Spielern des Nachwuchsleistungszentrums genutzt, erklärt Manfred Luber. Noch anzulegen sei entlang der Schweinenaab dann immer noch ein Regenrückhaltebecken, um die Überschwemmungsflächen, die durch die neuen Plätze wegfallen, an anderer Stelle wieder zu schaffen.

Acht ernsthafte Investoren

An der Bodenplatte sind bereits die Dimensionen des neuen Funktionstrakts mit Duschen un Umkleiden erkennbar. Das erdgeschossige Gebäude steht relativ nahe am Wasserwerk-Stadion, hin zu den neuen Plätzen. "Erst, wenn im neuen Funktionstrakt auch die letzte Lampe brennt", gebe der Verein die Schlüssel für den Sportpark Stockerhut an die Stadt weiter. Die Stadt erhalte auf dem ehemalige Gelände des SV Weiden über 37.000 Quadratmeter Bauland.

Für die Umsiedlung und die Schaffung von Ersatzflächen am Wasserwerk habe die Stadt Weiden vier Millionen Euro bereitgestellt. Dies bestätigt auch Stadtkämmerin Cornelia Taubmann, die vom Erfolg der Rochade der Sportflächen überzeugt ist. Das Bauland im Stadtteil Stockerhut sei heiß begehrt. Derzeit gebe es acht "ernsthafte" Investoren, die die Fläche entwickeln und nutzen möchten, erklärt Taubmann.

Viel Geld und Zeit kostete der vermeintliche Fund von Weltkriegsbomben

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Große Erwartungen für die Stadtentwicklung

Mit der Verlagerung der Sportstätten vom Stadtteil Stockerhut ans Wasserwerk nach Weiden-Ost sind und waren große Erwartungen verbunden.

  • Stattliches Sportzentrum am Wasserwerk. Mit den beiden neuen Kunstrasenplätzen, Zuwegungen und Nebenflächen wächst das Areal der SpVgg SV am Wasserwerk auf über 82000 Quadratmeter. Die Stadt konnte dafür benachbarte private Flächen erwerben. Auch der Verein Kinderpielplatz Naabwiesen bringt Flächen ein. Er erhält Flächen an anderer Stelle
  • Neues Bauland. Mit der Umsiedlung des Sportparks des ehemaligen SV weiden ans Wasserwerk werden im Stadtteil Stockerhut 37548 Quadratmeter frei, die als Bauland genutzt werden sollen.
  • Enttäuschung. Die Umsiedlung darf nach Beschluss des Stadtrates insgesamt vier Millionen Euro kosten. Diese Ausgaben werden durch den Verkauf der Flächen an Investoren refinanziert. Die ursprüngliche Absicht, kostengünstiges Bauland bieten zu können. lässt sich bei diesen Summen nicht mehr realisieren.
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