22.12.2020 - 16:03 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kurz vor Start: Besuch im Corona-Impfzentrum in Weiden

Das große Impfen kann beginnen. Der BRK-Kreisverband Weiden-Neustadt in der Ulrich-Schönberger-Straße ist gerüstet. Die ersten Impfdosen sollen am 27. Dezember angeliefert werden.

von Helmut KunzProfil

„Die Anlieferung der Impfdosen ist voraussichtlich für den 27. Dezember terminiert“, erklärt BRK-Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer am Dienstagvormittag. Zu diesem Zeitpunkt stellt er erstmals der Öffentlichkeit den im Gebäude eingerichteten Impfparcours vor. „Genaueres wissen wir aber auch noch nicht. Wir warten noch auf entsprechende Informationen.“ Die aktuelle Priorität liege bei den mobilen Teams. „Sobald der Impfstoff bei uns eingetroffen ist, werden wir in den Einrichtungen starten.“

Als erstes würden natürlich die Seniorenheime in Weiden und im Landkreis Neustadt bedient. „Für den Anfang haben wir fünf mobile Teams geplant, werden aber mit nur vier starten." Jedes dieser Dreierteams sei mit einem Arzt, einer Verwaltungskraft und einem medizinischen Fachangestellten besetzt. Die BRK-Fahrzeuge seien wie ein kleines Büro ausgerüstet mit Laptops, Druckern, gekühltem Impfstoff und Webcams. Alles müsse genau dokumentiert werden.

„Das wichtigste ist die Terminierung, weil ja innerhalb einer bestimmten Frist ein zweiter Termin erfolgt, der unbedingt eingehalten werden muss." Abhängig vom jeweiligen Impfstoff betrage die Zeitspanne zwischen den beiden Impfungen wahrscheinlich 21 und 24 Tage. Genaueres werde von der Impfkommission aber noch festgelegt, versichert der Kreisgeschäftsführer. Soviel stehe fest: „Jeder muss zwei Mal geimpft werden. Erst sieben Tage nach der zweiten Impfung hat man die Immunität erreicht.“

Neben der Durchimpfung in den Seniorenheimen werde der Rest der Bevölkerung von den Behörden angeschrieben und ein Impftermin festgelegt. Stadt- und Landkreisbewohner müssten allerdings – ihren Anschreiben zufolge – zum BRK-Impfzentrum in der Ulrich-Schönberger-Straße kommen. „Dort muss man mit 25 Minuten Zeitaufwand rechnen", schätzt Galitzdörfer. Vor dem Betreten des Gebäudes müsse sich jeder einer Eingangs-und Fieberkontrolle durch fachlich eingewiesene Mitarbeiter eines örtlichen Sicherheitsdienstes unterziehen.

Erst im Foyer erfolge die eigentliche Registrierung. „Hier wird der QR-Code des Anschreibens eingescannt.“ Danach würden die Leute hochgeschickt zu einem Gespräch mit einem der vier Ärzte. „Das wird zwischen drei und sieben Minuten dauern. Es hängt von der Vielzahl der Fragen ab, die zu klären sind." Anschließend erfolge gleich um die Ecke der eigentliche Impfprozess in speziell dafür vorbereiteten Impfkabinen. Nicht der Arzt pikst, sondern medizinisches Fachpersonal. „Das wird der kürzeste Prozess sein. Wir gehen von eineinhalb bis drei Minuten aus", glaubt Galitzdörfer. Wer mag, könne sich auch im Liegen impfen lassen.

Im selben Raum, aber abgetrennt von den Impfkabinen, biete das BRK eine kurze Nachphase an. „Dort bleibt man noch ein wenig sitzen und wartet ab, ob auch alles in Ordnung ist.“ Theoretisch beginne jetzt schon wieder die Vorbereitung auf die zweite Impfung, bei der die Prozedur die gleiche sein werde. Auch beim zweiten Mal müsse der Patient symptomfrei sein. „Wenn zum Beispiel jemand mit Grippe kommt, muss der Arzt entscheiden, ob die zweite Impfung durchgeführt werden kann oder nicht.“

Seit Monaten arbeiten Stadt Weiden und Landkreis Neustadt in Sachen Corona-Pandemie erfolgreich Hand in Hand. „Der Landkreis hat federführend die Teststrecke organisiert, die Stadt Weiden jetzt das Impfzentrum“, erklärt Landrat Andreas Meier, der von einem Meilenstein spricht. „Endlich ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Und ich glaube, es ist gerade am Ende eine Katastrophenjahres ganz wichtig, dass die Menschen den Mut nicht verlieren."

Er danke allen, die diese Impfstrecke vorbereitet hatten und die Impfung jetzt durchziehen würden. Ähnlich denkt auch Oberbürgermeister Jens Meyer: „Wir haben uns heute beim Rundgang einen Einblick verschaffen können. Ich bin sehr beruhigt und weiß, dass hier beim Roten Kreuz alles in besten Händen ist. Herzlichen Dank an alle, die das alles vorbereitet haben. Herzlichen Dank an alle Einsatz- und Rettungskräfte, die in den letzten Wochen und Monaten wirklich an die Grenzen ihrer Belastung gegangen sind.“

Corona verbreitet Schrecken in Altenheimen in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN

Neustadt an der Waldnaab
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