03.07.2018 - 18:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Wie lange soll ich warten?"

Der Josefshaus-Komplex frei zum Abbruch? Von wegen! Ein Teil der Flächen ist sogar wieder bewohnt. Über die nötige Nutzungs- und Umbau-Genehmigung entscheidet der Bauausschuss aber erst. Dann beschäftigt der Josefshaus-Eigentümer die Stadträte mit noch einem Anliegen.

Schöner wohnen im Gebäudekomplex des Josefshauses. Nach überraschenden Feststellungen der Stadt sind still und heimlich die bisherigen Büros, Hotelzimmer und das Tanzstudio zu großen Wohnungen umgebaut worden.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

(wd) Bevor die Stadträte am Mittwoch, 17. Juli, über den Abatay-Turmbau diskutieren, haben sie über einen Abatay-Schwarzbau zu entscheiden. Bauunternehmer Turkut Abatay selbst spricht von einer "Zwischenlösung". Denn mit der anfangs geglaubten relativ schnellen Genehmigung seines Abatay-Towers werde es so schnell nichts.

Warum also den zur Jahreswende von Harald Rippl erworbenen Gebäudekomplex nicht einstweilen einer Nutzung zuführen, die zumindest die Unterhaltskosten der Häuser deckt? So wunderten sich einige der Gäste, die zur öffentlichen Vorstellung der Pläne für den Abatay-Tower am 19. April ins Foyer des Josefshauses eilten, dass ihnen aus der ehemaligen Gaststätte sowie aus dem Zugang zum Hotel "Josefi" Handwerker entgegenkamen. Eine Nachfrage bei der Stadt löste offenbar die nachträgliche Genehmigung aus. Der Antrag zu Umbau und Umnutzung bezieht sich auf die Bereiche vom Untergeschoss bis zum zweiten Obergeschoss der Gaststätten-, Hotel-, Büro- und Veranstaltungsräume sowie der ehemaligen Hausmeisterwohnung. Insgesamt sollen im ehemaligen Architekturbüro Plödt/Bauer, in der einstigen Tanzschule, in den Rippl-Büros und im Hotel Josefi acht Wohnungen entstehen. Laut Aussagen von Nachbarn aus der Asyl- und Sedanstraße liefen die Umbauarbeiten bereits um die Faschingszeit an.

Antragsteller ist Turkut Abatay, der gegenüber dem NT am Dienstag seine Enttäuschung äußert, dass die Genehmigung für den Abatay-Tower doch deutlich länger dauere als von ihm erwartet. "Ich weiß nicht, wird's ein halbes Jahr oder sind es fünf Jahre. Wie lange soll ich denn warten?" Bei der Stadt Weiden habe er bislang keine verbindliche Antwort erhalten. Zugleich betont er , dass er an den Plänen festhalte, am Adolf-Kolping-Platz einen Turm zu errichten. Aber er wolle eben nicht fünf Jahre um eine Genehmigung kämpfen müssen.

"Wir haben bisher alle Anregungen der Bauverwaltung aufgegriffen", unterstreicht Architekt Heiner Schreml, der den "Abatay-Tower" plant. So habe er mit dem Bauherrn in den Fraktionen das Vorhaben vorgestellt und zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ins Josefshaus geladen. Der nächste Schritt sei der Antrag auf einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, dessen Kosten, Dauer und Ausgaben nicht vorhersehbar seien, meint Schreml, der sich ebenfalls eine "eindeutigere Stellungnahme" der Bauverwaltung wünscht.

Die Diskussion über die Frage, ob der Abatay-Tower mit 17 Geschossen zu Weiden passe, sei "hochinteressant". Er selbst habe diese Frage längst beantwortet, "nämlich mit einen eindeutigen Ja". Alle seine Gesprächspartner seien von diesem Turm begeistert. "Ich werde täglich mehrmals gefragt, wann es endlich losgeht."

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