Jüngst wurde bei einer Demonstration gegen den Süd-Ost-Link im Weidener Osten unter anderem angeregt, die Trasse doch auf den alternativen westlichen Korridor entlang der Autobahn zu verlegen. Widerstand gab es nicht. Bei einer weiteren Veranstaltung in Neustadt erfuhren dann die Anrainer entlang dieser Variante, dass der Süd-Ost-Link möglicherweise auch über Latsch und Halmesricht führen könnte. Jetzt haben sie Angst, dass die Trassenplaner glauben könnten, man sei hier mit solch einer Lösung einverstanden.
„Dies ist nicht der Fall“, monierte am Montagvormittag der stellvertretende Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Karl Bäumler, bei einer Ortsbesichtigung mit Kollegen aus der Landwirtschaft. „Wir fühlen uns dahingehend ein bisschen ausgetrickst“, sagte er und glaubt, dass hinter dieser „Methode“ eine Finte der Betreiberfirma Tennet stecken könnte.
„Die Variante im Osten ist momentan favorisiert und von unserer Variante spricht derzeit keiner. Man wiegt uns in Sicherheit. Wohl wissend, dass die Einspruchsfrist für die Ausweichstrasse, auch am 12. April endet." Deshalb sei man in Absprache mit dem Bauernverband aktiv geworden. „Wir werden unsere Interessen vertreten.“
Die Dorfgemeinschaft Frauenricht, Halmesricht und Latsch hat jetzt in Eile 270 Unterschriften gesammelt, die am Montag per Einschreiben an die Bundesnetzagentur verschickt wurden. 70 Prozent der Unterschreiber seien wie vor den Kopf gestoßen gewesen, weil sie von einer Alternativ-Variante gar nichts gewusst hätten, sagte Matthias Gollwitzer aus Latsch.
Bäumler warf Tennet deshalb vor, mit verdeckten Karten zu spielen. „Wir wurden von Tennet nicht darüber informiert, dass auch wir hier betroffen sein könnten. Dass auch wir uns zur Lage äußern und Rechtsmittel einlegen könnten.“ Hubert Kick aus Frauenricht schimpfte: Alles sei nur „möglicherweise“ und „möglicherweise laufen dann etwaige Fristen aus.“
Sei das Kind in den Brunnen gefallen, heiße es dann: „Ja, von eurer Seite ist ja nichts gekommen.“ Bäumler, der auch Frauenrichter Obmann ist: „Wir hätten von Tennet-Seite als Grundstücksbesitzer schon mehr Informationen erwartet.“ Man ärgerte sich jetzt maßlos über die Tennet-Politik, die einen gegen den anderen ausspiele.
„Am Schluss kämpft der Weidener Osten gegen den Weidener Westen. Das wollen wir nicht. Wir müssen gemeinsam gegen Tennet kämpfen und gegen die Trasse. Die ist nämlich das Hauptproblem.“ Man sollte überhaupt hinterfragen: „Brauchen wir den Südost-Link überhaupt?" Oder wären erneuerbare Energien, dezentral eingesetzt, nicht vielleicht der bessere Weg.
„Wir wollen die Leitung auch nicht dem Weidener Osten aufs Auge drücken. Das ist nicht unbedingt unsere Art“, unterstrich Bäumler. „Wir wollen, dass sie gar nicht kommt. Und wenn sie kommt, dann sollte sie so gestaltet sein, dass Wald, Flur und Natur nicht kaputt gehen dabei.“ Sollte die Trasse nicht vollständig abgewehrt werden können, dann könne er sich eine Bündelung mit dem Ostbayern-Ring vorstellen.
Im Schreiben an die Bundesnetzagentur weisen die Initiatoren der Unterschriftenaktion ausdrücklich darauf hin, dass ihr Ortsteil ohnehin schon stark beeinträchtigt sei. Aufgeführt wurden Lärm- und Abgasbelästigung durch A 93 und die Staatsstraße nach Mantel, laute Helikoptereinsätze auch an den Wochenenden und massiver Durchgangsverkehr der Bundeswehr wegen des Truppenübungsplatzes und dem Munitionsdepot in Frauenricht.













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