21.01.2021 - 15:19 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Latscher Luftretter im Einsatz: 2020 weniger gefordert

Auch wenn "Christoph 80", der Hubschrauber der DRF-Luftrettung in Weiden, häufig am Himmel zu sehen ist: Er musste 2020 nicht so oft ausrücken, wie noch im Jahr zuvor.

Der Rettungshubschrauber Christoph 80 war 2020 mehr als 1000 Mal im Einsatz.
von Susanne Forster Kontakt Profil

Notfallrettungen aus der Luft oder Patiententransporte mit Hubschraubern und Ambulanzflugzeugen. Auch im Jahr 2020 gab es hohe Einsatzzahlen bei der DRF-Gruppe, wenn auch rund 200 weniger als im Jahr zuvor. Der in Weiden stationierte Hubschrauber "Christoph 80" der DRF-Luftrettung flog im vergangenen Jahr 1048 Einsätze, gibt die DRF bekannt. 1007 Mal sind Notfallrettungen geflogen worden, 41 Mal wurden kritisch kranke oder verletzte Patienten zwischen Kliniken transportiert. Zum Vergleich: In 2019 flog "Christoph 80" insgesamt 1240 Einsätze.

Zweiter Lockdown kaum zu spüren

Knapp 200 Einsatzflüge weniger also. Jürgen Meyer, Chef der Integrierten Leitstelle, erklärt warum: "Es hat mit Corona zu tun." Vor allem in der Zeit von Mitte Februar bis Mitte Mai 2020 habe es zum Beispiel kaum Schulunfälle, Wege- und Verkehrsunfälle gegeben. Zu einem Schulunfall zählen etwa Treppenstürze, Sportverletzungen oder Auseinandersetzungen auf dem Pausenhof, wenn es dabei zu einer chirurgischen Verletzung kommt, erklärt seine Stellvertreterin. "Es war wie eingefroren", beschreibt Meyer. Das öffentliche Leben war heruntergefahren, das habe sich auch auf die Einsatzzahlen niedergeschlagen.

Das, was der Rettungshubschrauber an Einsatzverlusten hatte, habe der bodengebundene Rettungsdienst hingegen nicht gespürt. Denn dieser habe mehr Einsätze wegen Covid-19-Patienten gefahren. Der Helikopter, so Meyer, fliege zu Corona-Patienten maximal zur Notfallversorgung vor Ort, transportiere sie aber nicht.

Der im Herbst 2020 begonnene zweite Lockdown habe sich dagegen nicht so sehr auf die Einsatzzahlen ausgewirkt, wie es beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 der Fall war, meint Meyer.

Fünf Rettungshubschrauber in Bayern

Trotz Herausforderungen durch das Virus hielten die Luftretter an den Stationen, in der Werft, im Einsatzbetrieb und in der Verwaltung ihre Einsatzbereitschaft vollständig aufrecht, heißt es von der DRF. Im vergangenen Jahr sind die Hubschrauber und Flugzeuge der DRF-Gruppe 39971 Mal alarmiert worden. Die fünf in Bayern stationierten Hubschrauber der DRF-Luftrettung wurden 2020 insgesamt 5623 gerufen. Das sind die fünf bayerischen Stationen und so oft sind die dort stationierten Rettungshubschrauber 2020 zum Einsatz gerufen worden:

  • Weiden: Einsatzbereitschaft von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang plus 30 Minuten, 1048 geflogene Einsätze
  • München, 24 Stunden Einsatzbereitschaft: 1179 geflogene Einsätze
  • Nürnberg (ITH), 24 Stunden Einsatzbereitschaft, am Flughafen stationiert: 715 geflogene Einsätze
  • Nürnberg (RTH, Rettungswinde), Einsatzbereitschaft von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, am Flughafen stationiert: 1266 geflogene Einsätze
  • Regensburg: 24 Stunden Einsatzbereitschaft, 1415 geflogene Einsätze

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Weiden in der Oberpfalz
DRF Luftrettung Station Weiden mit dem "Christoph 80".

 

 

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