23.03.2020 - 11:31 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

LBV gibt Tipps für Vogelstimmen-Spaziergang

Die Vogelstimmenwanderung der Kreisgruppe Neustadt-Weiden des Landesbunds (LBV) für Vogelschutz muss wegen der Coronakrise ausfallen. Deshalb gibt der LBV nun Tipps für einen Spaziergang – natürlich alleine oder mit einem Familienmitglied.

Ein Star glänzt mit schwarzem Gefieder und silbrigen Tupfen.
von Externer BeitragProfil

Bewegung an der frischen Luft ist sehr gesund und vielen Menschen bieten die munteren Stimmchen und das Beobachten der Vögel Ablenkung und Trost in dieser schwierigen Zeit. Also rät der LBV in einer Mitteilung: aufraffen, warm anziehen und alleine oder mit einem Familienmitglied auf in den eigenen Garten oder den Max-Reger-Park in Weiden, der Spaziergänger mit Krokussen und Blausternchen erwartet.

Am Ende der Nacht begrüßen als erste die Amseln die beginnende Morgendämmerung mit ihrem melodiösen Flöt-Gesang. Zu der Zeit sieht man sie noch kaum, aber später kann man oft die Amselmännchen, erkennbar am schwarzen Gefieder und leuchtend gelben Schnabel, beim Streit um das Revier und die Amselweibchen beim Sammeln von Nistmaterial beobachten.

Wenn man viele verschiedene Gesänge hören möchte, ist die Zeit kurz nach Sonnenaufgang, also ungefähr halb 7 Uhr, am besten geeignet. Im Max-Reger-Park sind dann zum Beispiel die Stare in Aktion: mit ihrem glänzend schwarzem Gefieder mit silbrigen Punkten sind sie ein richtiger Hingucker. Haben die männlichen Stare ein geeignetes Quartier gefunden, zum Beispiel in einem der heiß begehrten Höhlenbäume, machen sie ihre Herzensdame durch einen Showgesang darauf aufmerksam. Sie trillern, flöten, pfeifen, schnarren und rudern dabei mit beiden Flügeln durch die Luft – auch für den menschlichen Beobachter ein tolles Spektakel.

Durch ihre Größe gut zu sehen und am Gesang leicht zu unterscheiden sind die zwei Taubenarten, die den Max-Reger-Park bewohnen. Groß, dick und mit einem leuchtend weißen Fleck am Hals fallen die Ringeltauben auf. „Guguuugu –gugu“ ertönt ihr Ruf meist fünfsilbig, während sich die viel kleinere und dezent beigebraun gefärbte Türkentaube mit einem dreisilbigen „Guguhgu!“ zufrieden gibt.

Viel kleiner, aber dafür richtig bunt präsentieren sich zwei Meisenarten: die Kohlmeise und die Blaumeise. Beide ziert ein leuchtend gelber Bauch, bei der Kohlmeise begleitet von einer schwarz glänzenden Kappe und weißen Wangen, bei der Blaumeise von einem hellblauen Köpfchen und blau-grünen Flügeln. Die Kohlmeise singt gern kurz und bündig zwei Silben, die sich wie „Zipe-zipe-zipe“ anhören. Die Blaumeise hingegen verziert ihr Lied am Ende mit einem virtuosen Trillern.

Badende Blaumeise im Park.

Fast allgegenwärtig ist am frühen Morgen ein Gesang, bei dem der zugehörige Vogel praktischer Weise seinen eigenen Namen ruft: „Zilp-zalp! Zilp-zalp-zelp-zilp-zalp! “ tönt es unüberhörbar, während man den Sänger, nämlich den Zilpzalp, mit den Augen kaum wahrnehmen kann. Unauffällig und braungrau sitzt das Vögelchen meist in dichten Büschen und Sträuchern, die der kleine Laubsänger auch für seinen Nestbau braucht.

Ein Zilpzalp im dichten Gebüsch.

Grün- und Buntspecht, Buchfink, Zaunkönig, Rotkehlchen – auch diese Vögel und noch mehr kann der aufmerksame Spaziergänger nicht nur im Max-Reger-Park beobachten. Die Einschränkung, die alle derzeit trifft – nämlich alleine oder höchstens zu zweit unterwegs zu sein – ist dabei vielleicht sogar ein kleiner Vorteil: wenn nur einer kommt, bleibt garantiert so mancher scheue Vogel ein Weilchen länger sitzen.

Ein Amselmännchen beim Gesang.
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