Aids ist immer noch Thema, auch wenn es nicht mehr so im Fokus steht wie vor 30 Jahren. Allein in Deutschland leben derzeit rund 90.000 Menschen mit dem HI-Virus – die Gefahr von lebensbedrohlichen Infektionen ist alles andere als gebannt. Um zum Welt-Aids-Tag auf die Erkrankung aufmerksam zu machen, ging das Gesundheitsamt Weiden/Neustadt nun neue Wege: Drei Tage lang hieß es "Let's talk about Sex" – bei einem Projekt mit Schülern.
Hintergrund sei, dass HIV immer noch vor allem sexuell übertragen werde, informiert das Gesundheitsamt in einer Mitteilung. Zusammen mit Tanja Koller (Stadt Weiden) und dem Jugendzentrum Weiden startete die Behörde das Projekt an der Fachoberschule (FOS) Weiden. Denn es sollten Gleichaltige sein, die der jungen Zielgruppe das Wissen rund um HIV/Aids vermitteln – die sogenannte "Peer Education". "Die Schülerinnen und Schüler der FOS Weiden stehen vor ähnlichen Herausforderungen, bewegen sich in vergleichbaren Lebenswelten und sind in einem ähnlichen Alter als die angesprochene Zielgruppe des Projektes", erklärt das Gesundheitsamt. "Peers" könnten sich also besonders gut gegenseitig unterstützen und Orientierung geben.
In einem ersten Schritt schulten die Mitarbeiterinnen der Behörde die Fachoberschüler in den Themen "sexuell übertragbare Infektionen", "HIV/Aids", "Safer Sex", "Verhütungsmittel" und "sexuelle Vielfalt". An den Tagen zwei und drei des Projekts führten die Schüler dann die verschiedene Klassenstufen der Max-Reger- und Stötznerschule sowie der Hans-Scholl-Realschule durch einen Workshop im Jugendzentrum. Es ging um Symptome, Anzeichen und mögliche Übertragungswege von sexuell übertragbaren Infektionen. Auch der Schutz vor derartigen Ansteckungen wurde ausführlich erarbeitet. Die sexuelle Vielfalt war ein weiteres Thema.
Sowohl die Teilnehmenden als auch die Kooperationspartner und Organisatoren hätten das Projekt als vollen Erfolg gewertet, teilt das Gesundheitsamt mit. Es zitiert einen Schüler: "Rund um das Thema Sex ist ja fast mehr Wissen gefragt als beim Führerschein. Ich dachte nicht, dass es so viel zu beachten gibt. Es ist gut, dass wir darüber gesprochen haben."
HIV/Aids
- Weltweit 38 Millionen HIV-Infizierte. In Deutschland 90.000, wovon 9000 Betroffene angeblich nichts von ihrer Erkrankung wissen.
- Das "Humane Immundefizienz-Virus" (HIV) schwächt Abwehrkräfte im Körper. Ohne Behandlung tritt die Krankheit Aids auf, die zu lebensbedrohlichen Infektionen führt.
- Medikamente können die Krankheit in Schach halten. Betroffene haben aber einen komplizierteren Alltag.
- Welt-Aids-Tag am 1. Dezember. Ziele: Prävention, die Rechte von Menschen mit HIV/AIDS kräftigen, zu Solidarität und Antidiskriminierung aufrufen.
Quellen: Gesundheitsamt Weiden/Neustadt, www.welt-aids-tag.de/was-du-ueber-hiv-wissen-solltest














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