Weiden in der Oberpfalz
04.10.2018 - 19:15 Uhr

Liberale wollen in Bayern mitregieren

Dem Thema Jamaika-Koalition kann die FDP auch im bayerischen Wahlkampf nicht ausweichen. Es bewegt die Menschen, ebenso wie die Frage der Zuwanderung. Parteichef Christian Lindner legt in Weiden die Haltung der FDP dar.

Der FPD-Parteivorsitzende Christian Lindner spricht in Weiden. Bild: Petra Hartl
Der FPD-Parteivorsitzende Christian Lindner spricht in Weiden.

(paa) Wahlkampf, der Austausch mit den Zuhörern macht dem FDP-Parteivorsitzenden Christian Lindner sichtlich Freude. Und er betont: Wenn er unterwegs ist, muss er nicht in Berlin sein. Mit Sätzen wie diesen nimmt er den Unmut über die anhaltenden Streitereien in der Regierungskoalition auf. Der Zuspruch der Zuhörer ist ihm sicher, auch in Weiden. Dort spricht der 39-Jährige am Mittwochmittag - einer von mehreren Terminen: Forchheim, Bamberg und Würzburg werden folgen. Auch an den nächsten Tagen geht es für den obersten Wahlkampfhelfer der FDP quer durch Bayern. Das Ziel: Rückkehr in den Landtag und falls das gelingt, mitregieren.

In Weiden hat die FDP zur "Mittagspause mit Christian Lindner" eingeladen - und trotz der ungewöhnlichen Zeit sind rund 100 Gäste gekommen. Diese umwirbt der Parteivorsitzende als Menschen, "die sich ihr eigenes Urteil bilden wollen". Gut eineinhalb Stunden ist Lindner im Foyer der Max-Reger-Halle - spricht über die Bundespolitik und Bayern, beantwortet Fragen und lässt geduldig Dutzende Erinnerungsfotos oder Selfies machen.

Lindner attackiert Union und SPD, die sich wegen eines Behördenchefs streiten, dass die Koalition erneut auseinander zu fliegen droht. Als ob es keine anderen Probleme gäbe, sagt der FDP-Chef und verweist auf die internationalen Herausforderungen. Dazu nennt er drei Namen: Trump, Putin und Erdogan.

Der liberale Parteichef lässt auch keinen Zweifel daran, dass er Hans-Georg Maaßen in den Ruhestand versetzen würde. Diesen beschreibt er als Geheimdienstchef, der einerseits ständig in der Bild-Zeitung sei, andererseits falsche Informationen verbreite. Lindner erklärt auch noch einmal, weshalb seine Partei nicht in die Jamaika-Koalition eingestiegen ist. Ein Thema mit dem die FDP noch immer konfrontiert werde, sagen Wahlkämpfer. Linder betont: Er halte das "Nein zu einem Bruch der Wahlversprechen nicht für Schwäche, sondern für Stärke". In einer Jamaika-Koalition wäre die FDP aber zum Bruch ihrer Wahlversprechen gezwungen gewesen. Mehrfach beschreibt er, dass CDU und CSU der FDP nicht entgegenkommen wollten.

Wohnen, Dieselskandal, Bildung, Digitalisierung und Zuwanderung sind weitere Themen. Letzteren Punkt, sagt Lindner, habe er bewusst ans Ende gestellt, um zu zeigen, dass es auch andere Themen gibt. Die Position der FDP: Weltoffen und tolerant, um die Top-Talente werben. Zugleich zeigt Lindner Verständnis für jene, die das staatliche Organisationsversagen 2015 aus einer rechtsstaatlichen Position kritisieren.

 
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