Zerbissene Kabel sind der Grund, dass momentan niemand den Bahnübergang in der Maierhofstraße passieren darf. Seit 20. Dezember ist dieser für den Verkehr passé, die Straße gesperrt. Das bestätigt ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage von Oberpfalz-Medien: "Die Sicherheit war für Spaziergänger, Auto- und Fahrradfahrer nicht mehr gewährleistet."
Der Zug zwischen Nürnberg und Weiden fahre aber planmäßig. Der Bahnverkehr an sich sei demzufolge von der Mäuseplage nicht weiter betroffen.
Für Autofahrer und Fußgänger könnte es jedoch dauern, bis sie wieder freie Bahn haben. "Die komplette Verkabelung ist zerbissen und zerstört." Der DB-Sprecher vermutet, dass eine ganze Mäuse-Familie am Werk gewesen sein muss, die Lichtzeichenanlage und die Halbschranken außer Gefecht zu setzen. Die kleinen Nager hätten so sehr ihr Unwesen getrieben, dass die gesamte Verkabelung und das Schalthaus erneuert werden müssen. Ob auch die Antriebe der Schranken und Lichtzeichenanlage ausgewechselt werden, müsse sich erst noch zeigen.
Am 24. Januar fällt Entscheidung
"Wir haben noch keinen belastbaren Zeitplan", sagt der Bahn-Sprecher weiter. "Momentan ist noch bis 24. Januar gesperrt." Dann werde neu entschieden. Auch zur Schadenssumme kann er sich noch nicht äußern. "Das Ganze dauert und hat einen größeren Umfang", erklärt er. An einen ähnlich gelagerten Fall könne er sich nicht erinnern.
Fritz Heiß muss laut lachen, als er vom Grund hört, der den ihn seit Wochen davon abhält, von Maierhof direkt nach Rothenstadt zu fahren. Zunächst hatte der Landwirt sich geärgert, weil "äußerlich nicht erkennbar ist, dass da etwas vorangeht". Doch auf Mäuse als Grund für die Sperrung des Bahnübergangs wäre er nicht gekommen.
Landwirt: Umweg ist kein Spaß
Der 72-Jährige kann sich aber gut vorstellen, dass sich die kleinen Tierchen dort wohlfühlen: "Das Bahngelände ist prädestiniert dafür. Ein Mäuse-Paradies", kommentiert er die Stellungnahme der Deutschen Bahn und spielt auf den starken Verwuchs drum herum an.
Dass er sich nun noch weiterhin gedulden muss, bis er seine Stammstrecke wieder nutzen kann, dafür hat Heiß nun Verständnis. Größere Probleme sieht er aber, wenn die Arbeiten noch nicht fertig sein sollten, wenn die Bauern wieder ihre Felder bestellen müssen. Ein kilometerlanger Umweg mit dem Traktor über die Staatsstraße sei kein Spaß - weder für die Landwirte noch für die Autofahrer.
Froh über Sperrung
Als Baulastträger der Maierhofstraße ist die Stadt Weiden froh über die Sperrung. "Ich habe lieber verärgerte Anwohner als verletzte", kommentiert Weidens Baudezernent Oliver Seidel die Tatsache, dass nun einige Autofahrer Umwege auf sich nehmen müssen. "Wenn der Bahnübergang nicht mehr sicher ist, ist das die logische Konsequenz, dass er gesperrt wird." Wie lange die Behebung des Defekts dauert, kann auch Seidel nicht sagen. "Wenn wir das Okay von der Bahn bekommen, heben wir die Sperrung natürlich wieder auf."













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