02.12.2019 - 08:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Magnetische Erinnerungen: Simone Sandner sammelt Kühlschrankmagneten aus aller Welt

Angefangen hat alles mit einem weißen Kühlschrank. „Den fand ich so richtig fad“, sagt Simone Sandner und lacht. Die ersten Magneten, die sie von ihren Urlaubsreisen mitbrachte, änderten das schnell. Fast etwas zu schnell.

Wenn es nach Simone Sandners Geschmack geht, kann ihre Wand gar nicht bunt genug sein.
von Autor EWAProfil

Denn schon bald reichte der Platz auf dem Kühlschrank nicht mehr aus, um all die bunten, magnetischen Sammelstücke der Weidenerin unterzubringen. Seitdem pappen sie an der Wand im Wohnzimmer – und bilden dort auf einigen Quadratmetern ein ganz persönliches Erinnerungsalbum. „Das war damals mein erster“, sagt Simone Sandner und greift zielsicher an das große Wimmelbild an der Wohnzimmerwand, um einen Kühlschrankmagneten mit der Aufschrift „El Paso“ herunterzunehmen. „Den hat mir damals meine Tochter aus den USA geschickt, als sie mit ihrem Mann dahin gezogen ist …“ So fing es damals an mit ihrer Sammelleidenschaft. Aus einem Magneten sind heute unzählige geworden. „Ich habe sie schon lange nicht mehr gezählt“, sagt Simone und lacht. „Aber weit über tausend werden es mittlerweile schon sein.“ Und an jedem einzelnen der bunten Kühlschrankmagneten hängt eine ganz persönliche Erinnerung. „Die Kuckucksuhr zum Beispiel, die habe ich von einer sehr netten, älteren Amerikanerin geschenkt bekommen, die mittlerweile zu einer guten Freundin geworden ist.“

Kuckuck, Cowboy, Kuhglocke

Ob Kuckucksuhr, Cowboystiefel, Kuhglocken, Hufeisen, Autokennzeichen, Dollarnoten, Revolver, Gitarren, Herzen, Kamele, Weihnachtsmänner oder Motorräder – an der Wohnzimmerwand von Simone gibt es tatsächlich nichts, was es nicht gibt. Da kommt man aus dem Schauen gar nicht mehr heraus. „Ja, das passiert schon öfter mal, dass Besucher da erst einmal ewig stehenbleiben“, erzählt Simone und lacht wieder. Zur Sicherheit hat sie gleich daneben einen kleinen Stehtisch mit Barhockern aufgestellt – mit bester Sicht auf die magnetischen Erinnerungsstücke. Bei einer Tasse Kaffee lässt es sich da wunderbar erzählen, was in ihrem persönlichen Kopf

kino passiert, wenn sie ganz bestimmte Kühlschrankmagneten anschaut. Den Cowboystiefel zum Beispiel. „Hach ja, das war unsere Reise nach Texas. Da ich leidenschaftlich gerne Line-Dance mache, waren die riesigen Stores mit den ganzen Boots für mich natürlich ein absoluter Traum. Das war wie im Paradies. Ich habe tatsächlich den ganzen Tag da drin verbracht – von morgens bis abends.“ Bei der Erinnerung an damals muss sie wieder lachen. Weniger lustig habe es damals ihre Tochter gefunden, die draußen gewartet habe, erzählt sie. Viele der Magneten kommen aus den USA. Da ihre Tochter mehrere Jahre mit ihrer Familie dort lebte, war Simone schon oft dort unterwegs, hat alles gesehen, was man dort einfach sehen muss. Las Vegas. San Francisco. Den Grand Canyon. Davon erzählen viele Erinnerungsstücke an ihrer Wohnzimmerwand.

"Wand wie offenes Fenster"

„Für mich ist diese Wand wie ein offenes Fotobuch“, sagt Simone und ihre Augen leuchten dabei. „Ich habe die ganzen schönen Erinnerungen immer vor mir, wenn ich zu Hause bin.“ Das tue ihr einfach unglaublich gut, erzählt sie, da sie ihre Tochter und über alles geliebte Enkelin doch so selten persönlich sehen könne. „Wenn die Sehnsucht kommt, schaue ich da einfach hin – und es geht mir gleich besser.“ Doch nicht nur ihre persönlichen Reisesouvenirs pappen da an der Wohnzimmerwand, garniert mit Fotos und anderen Erinnerungsstücken. Längst hat sich Simones Sammelleidenschaft auch in ihrem Freundeskreis herumgesprochen.

Seitdem bekommt sie regelmäßig Kühlschrankmagneten aus aller Welt zugeschickt oder mitgebracht.

„Etwas Platz habe ich noch“, sagt die Sammlerin und deutet auf eine lichte Stelle ganz unten, knapp über dem Wohnzimmerboden. Wenn diese auch noch vollgepappt ist, wird wohl eine weitere Wand in ihrer Wohnung daran glauben müssen. Ein persönliches Lieblingsstück hat Simone übrigens nicht, jeder einzelne der Kühlschrankmagneten ist für sie etwas ganz Besonderes. Egal ob Holzschuh aus Amsterdam oder Bierkrug aus Prag, die an schöne Städtereisen erinnern, oder der Colt aus Texas, der sie bei der Kontrolle am Flughafen in eine unangenehme Situation brachte. „Sie haben eine Waffe im Koffer, haben die zu mir gesagt“, erzählt die Weidenerin und muss noch einmal lachen. „Dann haben die aber schon gemerkt, dass diese nicht schießt, sondern nur pappt.“

Studie der Deutschen Bahn und YouGov:

Sammeln macht glücklich

Ob alte Autos, Bierdeckel, Kunstgegenstände, Tassen oder eben Kühlschrankmagneten – dass Sammeln tatsächlich glücklich machen kann, zeigt eine Umfrage von Deutscher Bahn und YouGov.

Von den über 2000 Befragten gaben 59 Prozent an, aktiv zu sammeln. Zu den Gegenständen, die besonders häufig gesammelt werden, gehören alle Arten von Stofftieren, Figuren und Puppen (elf Prozent), gefolgt von Uhren (sieben Prozent), Schuhen (sieben Prozent), Handtaschen (fünf Prozent) und Kunst (vier Prozent). Immer mehr Follower und Fans in den Sozialen Medien zu bekommen, treibt übrigens neun Prozent der 18- bis 24-Jährigen und sieben Prozent der 25- bis 34-Jährigen an. Nur Schuhe sind in diesen Altersgruppen dann noch beliebter (15 beziehungsweise 10 Prozent).Aber warum sammeln Menschen eigentlich? Danach gefragt, geben 26 Prozent der Sammler an, dass es sie einfach glücklich macht.

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