11.01.2019 - 16:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Maminka ist mein Lebenswerk"

Vor 35 Jahren hat Gisela Hüttner einen Laden für Kinder-, Baby- und Umstandsmode eröffnet und seitdem viele Stammkunden gewonnen. Eine niederschmetternde Diagnose zwingt sie nun zur Aufgabe. "Maminka" soll jedoch weiterbestehen.

Gisela Hüttner kämpft - für den Fortbestand ihres Fachgeschäftes "Maminka" und um ihre Genesung.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Gisela Hüttner ist keine Frau, die sich schnell aus der Bahn werfen lässt. Mit "Maminka" hat sie in 35 Jahren mehrere Standortwechsel gemeistert und sich gegen den Internettrend als Fachgeschäft in Weiden behauptet. Im Oktober 2018 dann die niederschmetternde Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Das Geschäft aufzugeben, kam für die 55-Jährige nicht infrage. Sie macht weiter, informiert Familie, Freunde und ihre Kunden. Von Anfang an geht sie offen mit ihrer Erkrankung um. "Der Laden ist doch mein Lebenswerk", sagt Hüttner. Sie möchte, dass es weitergeht und bemüht sich um eine Nachfolge. "Es gibt Interessenten. Die ersten Gespräche laufen", ist sie zuversichtlich. Dass sich ein Nachfolger findet sollte angesichts des Bekanntheitsgrads von "Maminka" kein Problem sein. Seit 35 Jahren ist das Fachgeschäft für Baby-, Kinder- und Umstandsmode die Adresse schlechthin in Weiden für Schwangere, Eltern und Großeltern. Auch Spielsachen, Kommunionkleidung und Geschenkartikel finden sich im Sortiment. Ein Nachfolger könnte das Geschäft nahtlos weiterführen. So gut es geht, würde Hüttner ihm am Anfang mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Dass der Laden weiterhin besteht, möchten auch die Kunden. "Gute Fachgeschäfte gibt es ja kaum noch", sagt Gisela Hüttner, die ihre Arbeit liebt. "Es ist anstrengend, aber es lohnt sich." Unterstützt wurde die Geschäftsfrau in all den Jahren von ihrer Schwester Josefine, die mittlerweile in Rente ist, und Teilzeitkraft Petra Waldhier. 1984 gründete Hüttner das Geschäft am Unteren Markt. Dort war es 20 Jahre lang beheimatet, zuletzt im Gebäude des früheren "Eisen-Kreiner".

Dann folgte 2004 der Umzug in die Goethestraße - bis Investor Fondara das Gebäude kaufen will, um das NOC zu bauen. "Das war eine harte Zeit. Vier Jahren zog sich das hin." Der anschließende Umzug des Ladens 2014 in die Regensburger Straße war schließlich ein Glücksgriff. "Platz fürs Sortiment und endlich Parkplätze vor der Ladentür. Perfekt für meine Kundschaft."

2019 steht für "Maminka" mit 35 Jahren ein kleines Jubiläum an. Dass es mit einem neuen Inhaber in ein paar Jahren ein rundes geben wird, hofft Gisela Hüttner inständig. Sie selbst wird sich ab Montag wieder ins Weidener Klinikum begeben, wo sie sich gut aufgehoben fühlt. Dann beginnt ihre fünfte Chemotherapie.

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