27.03.2019 - 08:41 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Maminka" macht mit neuem Chef weiter

Gisela Hüttner hat ihre Wahl getroffen und ihr innig geliebtes Kinder- und Umstandsmodengeschäft "Maminka" in Weiden verkauft. Denis Davidovich aus Schwandorf freut sich mit Unterstützung seiner Frau auf die neue Herausforderung.

Gisela Hüttner freut sich, dass es mit "Maminka" weitergeht. Der "Glücksstorch", seit 35 Jahren Maskottchen des Kindermodengeschäfts, soll auch Denis Davidovich aus Schwandorf Glück bringen.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

"Wir haben die beste Lösung gefunden. Herr Davidovich und seine Frau stammen aus Unternehmerfamilien. Ihre Freundlichkeit und der absolute Familiensinn haben mich überzeugt. Und noch dazu hat der Mann Geschmack." Ein schöneres Kompliment von Gisela Hüttner, die das Geschäft aufgrund einer Krebserkrankung aufgeben muss, kann sich der 29-Jährige gar nicht wünschen. Er dankt für diese einmalige Chance.

Die Modebranche ist für den jungen Mann, der 2003 aus Russland nach Deutschland kam, völliges Neuland. Er hat die vergangenen Jahre als Industriemechaniker gearbeitet. "Nicht so mein Ding, das habe ich schnell gemerkt." Seine Eltern waren ihr Leben lang als Unternehmer selbstständig, das wollte er auch sein. Und so hat er mit seiner Frau Lilia - sie führt in Schwandorf einen Friseursalon - nach etwas Passendem gesucht. Als das Weidener Traditionsgeschäft zum Kauf angeboten wurde, habe er zugeschlagen. "Als meine Frau schwanger war habe ich gemerkt, wie schwierig es ist, Umstandsmode zu bekommen. Das ist eine Marktlücke. Ich traue mir das zu, alles andere kann man lernen." Die ersten Kundengespräche mit Lieferanten stünden bereits diese Woche an. Für den 10. April ist die Eröffnung geplant.

Einen Nachfolger zu finden war für Gisela Hüttner angesichts des Bekanntheitsgrads von "Maminka" nie ein Problem. Seit 35 Jahren ist das Fachgeschäft für Baby-, Kinder- und Umstandsmode die Adresse schlechthin in Weiden für Schwangere, Eltern und Großeltern. Auch Spielsachen, Kommunionkleidung und Geschenkartikel finden sich im Sortiment. Die 55-Jährige freut sich, dass es weitergeht. "Gute Fachgeschäfte gibt es ja kaum noch."

Unterstützung erhält der neue Chef von Petra Waldhier, die seit acht Jahren im Geschäft arbeitet und die Stammkunden kennt. Auch Gisela Hüttner will weiterhin gerne Ratgeber sein. Die nächste Zeit aber werde sie sich ganz auf sich konzentrieren und dem Krebs weiter den Kampf ansagen. Außerdem plant sie Reisen mit ihrer Schwester, die jahrelang im Laden ausgeholfen hat. Die 55-Jährige lächelt, und dann fließen doch ein paar Tränen, als sie "ihr Maminka" offiziell übergibt.

Gisela Hüttner über die Zukunft von "Maminka"

Weiden in der Oberpfalz
Lilia und Denis Davidovich (mit Töchterchen Diana, von links) übernehmen das Kindermodengeschäft "Maminka" von Gisela Hüttner (Mitte). Mit ihnen freuen sich auch ihre Tochter Sina Landgraf, Mitarbeiterin Petra Waldhier und Hüttners Schwester Josefine Lang.
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