17.12.2018 - 15:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Marihuana gegen Kopfschmerzen

Bargeld und eine Feinwaage in der Wohnung eines 24-Jährigen machten die Ermittler stutzig. Es stand der Verdacht im Raum, dass der Mann mit Rauschgift handelt. Vor dem Schöffengericht fiel jetzt das Urteil.

Ein 24-Jähriger erhielt für seinen Drogenbesitz eine Bewährungsstrafe.
von Autor hczProfil

Mit eineinhalb Jahren auf Bewährung wegen Besitzes von Rauschgift kam ein 24-Jähriger davon. Er musste sich am Donnerstag vor dem Schöffengericht verantworten. Ursprünglich hatte Oberstaatsanwalt Bernhard Voit den Mann aus dem östlichen Landkreis Neustadt/WN wegen Besitzes und Handelns angeklagt. Nach einer Anzeige durch die Exfreundin eines Bekannten waren beim Angeklagten 439 Gramm Marihuana gefunden worden. Zudem wiesen eine Feinwaage und 1500 Euro Bargeld darauf hin, dass der Arbeiter mit Rauschgift gehandelt hat. Das bestritten der Mann und sein Verteidiger, Rechtsanwalt Marc Steinsdörfer, vehement. Als Voit wegen der großen Menge zweieinhalb Jahre "ohne" gefordert hatte, bezeichnete dies Steinsdörfer als maßlos übertrieben.

Zwar hatte der Bekannte des 24-Jährigen im Zeugenstand ausgesagt, dass der Angeklagte und er sich gelegentlich kleine Mengen Marihuana überlassen hatten. Dies sei aber eher ein "gegenseitiges Aushelfen" gewesen und kein Handel. Der Kauf der Großmenge sei später erfolgt, stellte Steinsdörfer klar.

Seinem Mandanten sei durch einen Arzt Cannabis zur Behandlung ständiger Kopfschmerzen verschrieben worden. Da dies jedoch nicht gereicht habe, habe er sich bevorraten wollen. Zudem habe sein Mandant Hilfe geleistet, den Dealer zu identifizieren, der ihm nahe Regensburg das Marihuana verkauft hat. Auch die Summe von 1500 Euro dürfe nicht als verdächtig angesehen werden. Sein gut verdienender Mandant habe einen "vorbildlichen Lebensweg" gehabt, bis er krank geworden sei und entdeckt habe, dass Cannabis ihm hilft. Steinsdörfer plädierte auf eine Verurteilung nur wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln.

Dafür seien zehn Monate auf Bewährung ausreichend. Auch Richter Hubert Windisch und die Schöffen sahen den Nachweis für Handeltreiben als nicht erbracht an. Der Verurteilte muss 2000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung bezahlen.

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