17.07.2021 - 14:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Masern, Mumps und Co.: Die Impfbereitschaft der Oberpfälzer

Nicht nur gegen Corona gibt es Impfstoffe: Auch gegen alt bekannte Krankheiten wie Tetanus oder Hepatitis können Menschen sich impfen lassen. Das sagen die Hausärzte der Oberpfalz zur Impfbereitschaft gegen andere Krankheiten.

Eine Spritze liegt auf einem Impfpass in Vorbereitung auf eine Schutzimpfung gegen Masern.
von Wiebke Elges Kontakt Profil

Die Impfbereitschaft ist nach wie vor hoch - zumindest was das Coronavirus angeht. Das bestätigt die COSMO-Studie der Universität Erfurt. Allerdings gibt es auch andere Krankheiten bei denen eine Impfung wichtig ist. Hausarzt Matthias Loew aus Weiden meint, dass Impfungen im Allgemeinen „seit einem halben Jahr in voller Munde sind.“ Die Leute seien aufgrund von Corona wieder auf der Suche nach ihrem Impfausweis. Dadurch denken sie auch wieder über andere Impfungen nach, sagt Loew. Wenn ein Patient in die Arztpraxis für eine Corona-Impfung kommt, schaut Loew zusätzlich nach, ob weitere Impfungen nötig sind. Wenn ja, dann weist Loew auf die entsprechende Impfung hin.

Hausarzt Martin Poschenrieder aus Vohenstrauß hat ebenfalls den Eindruck, dass die Leute allgemein für das Thema Impfen sensibilisiert sind. Die Impfbereitschaft sei generell da, aber seine Patienten hätten oft vergessen ihre alten Impfungen auffrischen zu lassen, sagt Poschenrieder. Auch er schaut das Impfheft seiner Patienten nach nötigen Impf-Auffrischungen durch und berät seine Patienten daraufhin. Insbesondere die über 60-Jährigen berät Poschenrieder momentan am meisten. „Unterm Strich werden andere Impfungen trotzdem aktuell weniger geimpft, da die Corona-Impfung momentan vorgeht.“

Mit anderen Impfungen warten

Hausarzt Loew aus Weiden betont, dass es immer noch Leute gibt, die auf eine Corona-Impfung warten. „Mit anderen Impfungen, warte ich dann lieber noch. Es kann sonst passieren, dass diese Person den Corona-Impftermin nicht wahrnehmen kann.“ Normalerweise stelle es kein Problem dar, mehrere Impfungen gleichzeitig zu geben. Jedoch sei es wichtig bei einem neuen Impfstoff die Nebenwirkungen genau zuordnen zu können. Deshalb sollte zwischen den verschiedenen Impfungen am besten auch ein Mindestabstand von zwei Wochen liegen, so Loew. Das bestätigt auch Poschenrieder. „Zwei Wochen vor und zwei Wochen nach Abschluss der Corona-Impfung, sollte gegen keine anderen Krankheiten geimpft werden.“ Planbare Impfungen stellt Poschenrieder erst einmal zurück. Als Beispiel nennt er die Zeckenschutzimpfung gegen FSME. Diese werde aktuell nach der Corona-Impfung häufig verimpft.

Ausnahme für gleichzeitiges Impfen

Eine Ausnahme macht Loew bei Last Minute Urlaubern. „Wenn jetzt jemand sagt, ich muss morgen nach Bali fliegen, dann impfen wir natürlich alles, was notwendig ist gleichzeitig.“ Last Minute Urlaube seien aufgrund der momentanen Lage allerdings weniger das Problem, sagt Loew. Eine weitere Ausnahme macht Loew bei einer Verletzung. Auch hier würde der Hausarzt trotz ausstehender Corona-Impfung, eine Tetanusimpfung geben.

Oberpfälzer sagen ihren Corona Impftermin ab

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Hintergrund:

Empfohlene Impfungen für Erwachsene

Impfexperte Dr. med. Klaus Ebenburger aus Amberg empfiehlt folgende Impfungen.

  • Tetanus vierer Kombinationsimpfung alle zehn Jahre
  • Masern, Mumps und Röteln
  • Zeckenschutzimpfung (FSME) alle fünf Jahre
  • Hepatitis A und B
  • Gürtelrose ab 60
  • Grippe

 

 

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