26.11.2019 - 11:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Masterplan zur Energiewende gefordert

„Wir sind für eine dezentrale Energiewende im Interesse der Bürger ohne überdimensionierten Netzausbau“, sagte Dörte Hamann als Sprecherin des „Aktionsbündnisses gegen die Süd-Ost-Trasse“ beim Stammtisch im gut gefüllten Postkellersaal.

"Stromtrassengegner sind keine Energiewendegegner" macht der Stammtisch des Aktionsbündnisses mit Sprecher Josef Langgärtner (stehend) klar und fordert den effizienten Masterplan für die Energiewende in Deutschland.
von Autor rdoProfil

Zum Verhaltenskodex gehöre es, die Trassen zu verhindern und nicht zu verschieben, ohne „Sankt-Florians-Prinzip“. Die neuen Stromleitungen und der Handel mit Atom- und Kohlestrom werde immer noch als Märchen des Transports von Windstrom von Nord nach Süd verkauft. Der Netzausbau seiganz überwiegend für den Stromexport von Leistungsüberschüssen erforderlich.

Der aktuelle Netzentwicklungsplan Strom sieht bis 2035 einen Netzausbau von 18.000 Kilometer mit Investitionskosten von 95 Milliarden Euro vor. Vergangenes Jahr gingen zehn Prozent des deutschen Stroms in den Export. Wenn alle 46 Millionen Autos in Deutschland als Elektroautos laufen würden, wären nach Gutachten lediglich 15 Prozent mehr Strom in Deutschland nötig, so Hamann.

Eine Studie zeige, beim Netzausbau gehe es um den profitorientierten europäischen Stromhandel. „Die Nichtberücksichtigung der Netzausbaukosten ist ein schwerer methodischer Fehler, der die gesamte Bedarfsanalyse des aktuellen Netzentwicklungsplans fragwürdig macht“, sagte als weiterer Sprecher Josef Langgärtner. Sie führe zu einem signifikant überhöhten Netzausbau. Damit mache die gesamte Bedarfsanalyse den aktuellen Netzentwicklungsplan fragwürdig.

Bei einem Besuch von Aktionsmitgliedern bei der Bundesnetzagentur in Bonn kam das Thema Bodenschutz zur Sprache. Als Ergebnis kam bei der Erdverkabelung eine irreparable Schädigung des Bodens heraus. Unabhängige Studien fehlten gänzlich.

Die von Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht geforderte Bündelung mit der A 93 werde nicht mehr untersucht und sei nicht realisierbar, hieß es aus Bonn. BI-Sprecher Hubert Galozy machte klar, dass kein bis zu 40 Meter breiter Seitenstreifen vorhanden sei und die Wohnbebauung zu weit heranreiche.

Die Bündelung A 93 brachte auch Neustadts Landrat Andreas Meier ins Gespräch. Die Bürger sollten sich nicht einlullen und nichts gefallen lassen – die Kommunalwahlen stehen vor der Tür. Aus Sicht des Aktionsbündnisses sorge die CSU nun für eine absurde Situation, wenn sie fordere, dass die Autobahnvariante von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nochmals geprüft werde.

„Es wird heikel im heurigen Dezember bei der Bekanntgabe der Netzagentur, ob im Abschnitt C die Vorzugs- oder Alternativtrasse zum Tragen kommt und viele werden dann erst wach werden, dass sie betroffen sind“, befürchtete Josef Langgärtner. Die Bürgerinitiativen forderten einen Masterplan zur Energiewende. „Statt Netzausbau-Beschleunigungsgesetzen benötigen wir eine beschleunigte Überprüfung und Anpassung des Netzausbaus“, zitierte Langgärtner Claudia Kempfert vom DIW Berlin.

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