Einen wunderschönen Kunstgenuss versprach Leiterin Susanne Meichner den vielen Musikfreunden, die bei den Max-Reger-Tagen beim Unterricht „Bach moderno“ auf die Spuren des Komponisten und seiner Schüler begaben. Für die Musikbeiträge sowie die interessanten Schilderungen rund um Reger ernteten die drei einheimischen Künstler verdienten Beifall: Josef Neubauer imponierte durch den weichen Klang seines Instruments und seine Spieltechnik auch bei anspruchsvollen Stücken. Franz Lahm, Allround-Musiker, Musiklehrer, Komponist und Arrangeur zeigte sein außerordentliches Können an unterschiedlichen Trompeten und am Cello. Den beiden zur Seite stand mit Matthias Bertelshofer, ein versierter Pianist, der die Soloinstrumente mit seiner dezenten Begleitung hervorhob und die melodischen Partien mit Bravour vortrug. Das musikalische Programm wurde dem Motto der Veranstaltungsreihe „Vorbilder und Nachklänge“ voll gerecht.
Regers Lehrer Hugo Riemann machte ihn mit dem Werk von Bach bekannt. Ebenso wurde seine musikalische Entwicklung von Brahms, Beethoven und Mozart beeinflusst. Umgekehrt prägte Reger nachfolgende Komponistengenerationen sowohl als Lehrer, als auch als Vorbild.
Regers Orgelwerke werden als äußerst anspruchsvoll und schwer zugänglich eingestuft. Doch er hat auch leichter zu erfassende Stücke geschrieben. Von Bach, Alpha und Omega aller Musik, liebte er besonders die Sonaten. Am Beispiel des Choralvorspiels „Jesu bleibet meine Freude“ schlüsselten die drei Musiker den Unterschied zwischen Bach und Reger, dem „Bach moderno“, auf: Das Horn spielt eine gängige Melodie, die durch das Piano, das in Achteln eine schnelle Gegenbewegung ausführt, und das Cello, das mit dem Basspart das Fundament bildet, harmonisch angereichert wird. Bei Reger ist der Tonsatz dichter, die Gegenbewegung länger und komplizierter mit einer Verschiebung in mehrere unerwartete Tonarten. Auch er nahm sich in seinen Variationen die Art, die Melodie und die Technik früherer Komponisten zu eigen. Joseph Haydns „St. Antonius Choral“ ist als zweistimmiger Bläsersatz ein Beispiel hierfür. Von Reger selbst erklangen dann seine für Trompete und Klavier bearbeitete „Romanze für Violine“ mit langen Melodiebögen, das kurze Intro „Weihnachten“, verlangsamt gespielt, und das „Scherzino für Horn und Streichorchester“, für das Klavier mit eigener Fassung arrangiert.
Wie weit Regers Einfluss bis in die heutige Zeit reicht, zeigte sich bei berühmten Filmmelodien, die vom Publikum teilweise mitgesungen und beklatscht wurden: für Horn bearbeitet das Marschlied „Adieu, mein kleiner Gardeoffizier“ von Robert Stolz und der Slowfox „Ich steh im Regen“ von Ralph Benatzky, als Trompetensolo der Walzer „Ich bin ja heute so verliebt“ von Willy Schmidt-Gentner und der Millionenseller „Mitternachtsblues“ von Franz Grothe.















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