20.03.2019 - 19:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bei Mehrweg mit gutem Beispiel voran

Das Ziel des SPD-Antrags ist klar: Zumindest die Stadt soll bei ihren Veranstaltungen auf Einwegplastik verzichten. Eigentlich selbstverständlich. Doch ganz so einfach ist die Forderung oft gar nicht durchzusetzen.

Der Umwelt zuliebe: Das Geschirrmobil der Stadt, das hier von Klaus Breitschaft präsentiert wird, ist von Frühjahr bis Herbst nahezu jedes Wochenende auf irgendeinem Fest im Einsatz.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Die Veranstalter von Siedler- oder Pfarrfesten zum Beispiel kennen es: Schon seit Jahren erhalten sie von der Stadt ein zweiseitiges Merkblatt zum Thema "Abfallvermeidung". Darin wird unter anderem auch auf die Möglichkeit zur Anmietung des städtischen Geschirr- und Spülmobils hingewiesen. Es enthält 200 Geschirrsätze und ist im vergangenen Jahr zwischen Frühjahrsbeginn und Herbst 21 mal ausgeliehen worden. Damit war es im genannten Zeitraum nahezu jedes Wochenende auf entsprechenden Feierlichkeiten im Einsatz. Eine echte Alternative zu Einweg-Plastik.

Allerdings gibt es keine Rechtsgrundlage, die Verwendung von Mehrweg-Geschirr zwingend vorzuschreiben. Wie die Verwaltung vor Kurzem im Hauptverwaltungs- und Umweltausschuss mitteilte, muss aus sicherheitsrechtlichen Gründen bei einzelnen Veranstaltungen wie "Open air im Schätzlerbad" oder den "Sommerserenaden" die Verwendung von unzerbrechlichem Geschirr angeordnet werden. Und das sind in der Regel Einwegprodukte aus Kunststoff. Glasscherben im Gras oder Sand sind schlecht zu sehen und stellen eine hohe Verletzungsgefahr dar.

Anders stellt sich die Rechtslage beim Frühlings- und Volksfest dar. In diesen privatrechtlichen Verträgen mit den Beschickern ist schon seit vielen Jahren unter anderem ein Verbot der Verwendung von Plastikwegwerfgeschirr beinhaltet. Sollten sicherheitsrechtliche Belange es jedoch erfordern (Glasflaschen als Hiebwaffen oder Wurfgeschosse) müssen zum Beispiel Mehrwegbehälter aus Kunststoffen anstelle von Glas Verwendung finden. Bei Veranstaltungen im Rathaus ist bisher nur noch am Faschingsdienstag Einmalgeschirr verwendet worden. In diesem Jahr aber gab's auch bei diesem Termin erstmals Mehrweggeschirr. Die Mehrkosten betrugen 200 Euro.

"Events und Gastronomie": Dieser Arbeitskreis des Stadtmarketingvereins hat sich Mitte Februar mit dem Antrag befasst und an die Mitglieder appelliert, auf Einwegplastik zu verzichten. Allerdings sei eine vollständige Umstellung auf Mehrweggeschirr für die Gastronomen sehr kostspielig und deshalb nur schwer umsetzbar.

In der Diskussion betonten Gabi Laurich (SPD) und Hans Blum (CSU) die Notwendigkeit, mit gutem Beispiel voranzugehen. Gisela Helgath lobte besonders den Fischereiverein, der immer das Geschirrmobil im Einsatz habe. Rainer Sindersberger teilte mit, dass er in seinem Café im City Center vor einigen Wochen die Salatgefäße umweltfreundlich umgestellt habe. Die 20 Cent höheren Kosten hätten die Kunden akzeptiert. "Es gab keinerlei Beschwerden."

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