30.12.2021 - 17:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Meinung zum Kinderimpfen: 80 Prozent Quote in weiter Ferne

Noch ist es zu früh für eine Bewertung der Kinderimpfkampagne. Allerdings zeichnet sich schon ab, dass auch diese kein Selbstläufer werden dürfte. Für die hohen Ambitionen der Ampel-Regierung ist das schlecht, kommentiert Wolfgang Würth.

Es gibt viel zu tun beim Impfen
von Wolfgang Würth Kontakt Profil
Kommentar

Acht bis neun Prozent geimpfte Kinder in einem halben Monat. Das klingt ganz gut, und doch liegt das Interesse an der Impfung auch bei den fünf bis elfjährigen Kindern unter dem, was andere Ländern derzeit erreichen. Tatsächlich zeigt die Erfahrung zudem, dass die Gruppe der Überzeugten schnell die Impfung für ihre Kinder haben will. Danach verlangsamt sich das Impftempo meist recht schnell wieder.

Den Eltern kann man das Zögern nicht verdenken. Schon das Handeln der Stiko war in den vergangenen Wochen alles andere als eine Werbung für die Kinder-Impfung. Aber auch die Bundesregierung geht das Thema derzeit sehr defensiv an - die Impfung ist möglich, beworben oder empfohlen wird sie aber bislang kaum. Dabei hat die Ampel ehrgeizige Ziele: Bis Ende Januar soll die Impfquote in Deutschland auf 80 Prozent steigen. Ohne deutlich mehr geimpfte Kinder, dürfte das nur schwer möglich sein.

Das ist der Stand bei den Kinder-Impfungen

Tirschenreuth

 

 

Kommentare

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Martin Pfeifer

Die Zurückhaltung der Stiko als unabhängiges wissenschaftliches Gremium ist auch bei der Kinderimpfung zu begrüßen. Die unzureichende Werbung und Aufklärung für die Impfung der Kinder unter 12 Jahren zeigt wieder einmal das ganze Dilemma unser Corona-Politik: keiner will etwas eindeutiges sagen, keiner will irgendwo anecken. Keiner - außer den extremen Rechten und Linken - hat einen klaren Plan, den er auch unbeirrt umsetzt. So etwa wie Helmut Schmidt, der Anfang der Achtziger Jahre den Nato-Doppelbeschluß durchgesetzt hat und dafür letztendlich sein Amt als Bundeskanzler verloren hat, weil er sich irgendwo unbeliebt hatte. Einfach nur nicht anecken und möglichst nicht negativ auffallen ist das Konzept der Politik heute. Wenn wir weiter so die Forderungen jedes Nimby, Wütbürger und Querdenker möglichst maximal umsetzen, kommen wir nie zu einem Ende der Pandemie.

Und alles, was danach noch folgen muß, wird auch nichts. Deutschland, ein Land, das an seinen Bürgern scheitert?

31.12.2021