Schon ihren Gesellenbrief hatte Lisa Kühnl als Kammersiegerin mit Auszeichnung bestanden. Sie war damals Drittbeste in Bayern, was der Mitarbeiterin der Firma Orthopädie Vogel am Unteren Markt ein Stipendium einbrachte. Nach der Weiterbildung an der Handwerkskammer Weiden hatte sich Kühnl an der einzigen Meisterschule Bayerns für Orthopädieschuhtechnik in Landshut angemeldet und wurde für die Dauer der Ausbildung von ihrem Arbeitgeber freigestellt.
Mit Erhalt des Meistertitels, „entfliegt Lisa Kühnl jetzt dem Vogel-Nest“ und wechselt zur befreundeten Meisterfirma Gößl in der Bismarckstraße. Dies bestätigte ihr neuer Chef Horst Schedl. Ihr bisheriger Arbeitgeber, Richard Vogel, nannte das „Wanderjahre“. Jeder Meister, jede Meisterin sollte für einige Zeit über den eigenen Tellerrand hinausblicken. Daraus lerne man. „Sonst bleibt man auf seinem Ausbildungsstand stehen." Schedl zeigte sich begeistert von der Arbeit seiner neuen Meisterin und von der Formschönheit ihres Meisterschuhs.
Wie Benjamin Prexler von der Firma Vogel erläuterte, wurden zur Abschlussarbeit die „Kunden“ ihren Meisteranwärtern zugelost. „Anschließend hatte ich eine Woche lang Zeit, den Schuh herzustellen", sagte Kühnl. Gewertet wurden Passform, Aussehen, Schwierigkeitsgrad und Verarbeitung.





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