Rund 110 Bürgerinnen und Bürger versammelten sich am Donnerstagnachmittag vor dem Neuen Rathaus in Weiden, um mit einer geschlossenen Menschenkette ein Zeichen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und demokratiefeindliche Strömungen zu setzen. Anlass war die bevorstehende Kommunalwahl am 8. März in Bayern. Unter dem Motto "Rathäuser schützen" wurde das Rathaus symbolisch als Ort der Demokratie verteidigt.
Aufgerufen hatten die "Omas gegen Rechts", die Amnesty-Gruppe Weiden, das Bündnis OBTM, ai Weiden sowie das Linkswerk. Die polizeilich genehmigte Aktion belegte zwei Straßenseiten des Gebäudes. Transparente, Fahnen und Plakate prägten das Bild, dazu Trommeln, die von den "Omas" geschlagen wurden. Einige hatten Lichterketten mitgebracht. Slogans wie "Demokratie ohne Alternative", "Platz für Vielfalt" und "Platz für Solidarität" waren unübersehbar.
"Wir wollen nicht provozieren, sondern zeigen, dass Demokratie davon lebt, dass Menschen miteinander reden, einander zuhören und sich gegenseitig schützen", sagte Hans-Peter Paukstadt-Künkler, Sprecher der Omas gegen Rechts. Gemeinsam mit Sigrid Künkler warnte er vor autoritären Tendenzen und staatlichen Übergriffen. "Wir wollen keine amerikanischen Verhältnisse", sagte er mit Blick auf die momentane ICE-Gewalt in den USA und gedachte solidarisch der Opfer. Als kulturellen Bezug empfahl er Bruce Springsteens Protestsong "Streets of Minneapolis", der den Tod zweier US-Bürger thematisiert. "Wenn Parteien fordern, so etwas auch hier einzuführen, dann ist höchste Wachsamkeit geboten."
Sebastian Feder von der Nürnberger Allianz gegen Rechtsextremismus betonte die Bedeutung des Zusammenhalts: "Es ist wichtig, dass wir Demokraten zusammenstehen. Nur gemeinsam werden wir es schaffen. Zur Demokratie gibt es keine Alternative."
Auch Oberbürgermeister Jens Meyer schloss sich der Menschenkette an. "Man muss rechtzeitig seine Stimme erheben", sagte er. Gerade in der aktuellen Zeit sei es wichtig, dass Demokraten Seite an Seite stehen und ein deutliches Zeichen setzen.
Veit Wagner von Amnesty International und Weiden ist bunt organisierte die Kundgebung. Er betonte den Wert des Stadtparlaments. "Mit dieser Aktion wollen wir zeigen, dass uns diese Demokratie, gerade kurz vor Wahl, etwas wert ist", sagte Wagner.















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.