01.10.2021 - 17:47 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Mit Mentoren Lesekompetenz stärken

Zur Auftaktveranstaltung mit Impulsvortrag und Diskussionsrunde lud der Verein "Mentor - Die Leselernhelfer" ins Verlagsgebäude von Oberpfalz-Medien ein. Neue Leselernhelfer sollten so gewonnen werden.

von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Kinder fürs Lesen begeistern. Das ist das Ziel des Vereins "Mentor - Die Leselernhelfer". Um über das Projekt zu informieren und neue Leselernhelfer zu gewinnen, lud der Verein zur Auftaktveranstaltung ein.

Schirm- und Hausherrin Viola Vogelsang-Reichl begrüßte im großen Medienraum von Oberpfalz-Medien 50 interessierte Zuhörer. Nicht nur Schüler hätten beim Verstehen von Texten Probleme, auch Auszubildende hätten immer häufiger Schwierigkeiten bei der Rechtschreibung. Kinder fürs Lesen zu begeistern, sei schwieriger geworden. "Sich von neuen Medien berieseln zu lassen, ist deutlich einfacher." Das Mentor-Programm verdiene deshalb jegliche Unterstützung.

Diesen Punkt griff Referent Dr. Johannes Wild von der Universität Regensburg in seinem Vortrag auf. "Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Schüler über Defizite beim Lesen verfügt", sagt Wild, der am Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur tätig ist. Mehr als 20 Prozent der bayerischen Schüler besitzen am Ende der vierten Klasse nicht die Lesekompetenz die sie bräuchten, um altersgerechte Texte zu verstehen. "Lesen gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten, ohne die eine gesellschaftliche Teilhabe nicht möglich ist."

Männliche Vorbilder gesucht

Um die Lesekompetenz der Grundschüler in Bayern zu verbessern arbeiten Wild und sein Team, in Kooperation mit dem Bayerischen Kultusministerium, seit dem Schuljahr 2018/2019 an dem Projekt "Fachintegriere Leseförderung Bayern" (FiLBY). Dieses stellte er den Zuhörern vor. Ziel ist es einen langfristigen Leselehrgang für Grundschulen zu entwickeln. Dafür werden spannende und altersgerechte Texte verfasst und den Schulen zur Verfügung gestellt. "Das Projekt beginnt in der zweiten Jahrgangsstufe", sagt Wild. Bayernweit nehmen bereits 890 Schulen an daran Teil, dass sind über 50.000 Kinder.

Ein weiteres Argument für ein systematisches Lesetraining: Mädchen hätten gegenüber Jungen oft einen Leistungsvorsprung im Bereich der Lesekompetenz. "Das liegt daran, dass es wenig männliche Lese-Vorbilder gibt", sagte Wild. Häufige lese die Mutter zu Hause vor, dann die Kindergärtnerin, später erfolgt der Kontakt zum Lesen durch die Grundschullehrerin. Er appellierte an die männlichen Zuhörer: "Werden Sie als Leselernhelfer zum Vorbild."

Seminar für neue Mentoren

Moderator Harald Rippl führte durch die anschließende Diskussionsrunde. Neben Johannes Wild nahmen Altoberbürgermeister Kurt Seggewiß als erster Vorsitzender des Vereins, Margit Walter vom Schulamt Neustadt-Weiden und Dr. Knut Thielsen als Vereinskoordinator für den westlichen Landkreis Neustadt teil. Thielsen machte deutlich, dass Mentoren vor allem ein großes Ohr für die Kinder bräuchten. "Hören Sie zu, lernen Sie Ihr Lesekind und seine Interessen kennen." So lassen sich auch die passenden Texte finden. Eine Auswahl an Büchern stellt auch die Regionalbibliothek Weiden mit einer speziellen Lesekiste zur Verfügung. Für zukünftige Leselernhelfer wird es am 7. und 8. Oktober, von 14 bis 16 Uhr, an der Pestalozzischule in Weiden ein Einführungsseminar geben. "Dort zeigen wir Ihnen, wie sie die Kinder begeistern und motivieren können", erklärte er.

Froh über diese außerschulische Hilfe, zeigte sich Schulrätin Margit Walter. Sie informierte über Anmeldung und weiteren Ablauf. Die wöchentliche Lesestunde findet in der Schule des Kindes statt. Die Uhrzeit ist individuell, richtet sich nach den Unterrichtszeiten des Kindes.

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Weiden in der Oberpfalz
Service:

So wird man Leselernhelfer

  • Anforderung: Zeit, Motivation und Interesse Kinder fürs Lesen zu begeistern
  • Zeitaufwand: Eine Stunde pro Woche
  • Anmeldung: Anmeldeformular auf der Internetseite www.mentor-weiden-neustadt.de
  • Amtliches Führungszeugnis und Einführungsseminar

 

 

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