Wo früher über Jahrzehnte hinweg bezaubernd schöne und dramatische Filmmusiken erklangen, spielte am Samstagabend die Metro-Big-Band Swing. Das Ensemble, das aus der legendären Metroband der 1960er und 1970er Jahre hervorgegangen ist, einer Combo, die auf allen Faschingsbällen spielte, gab sich beim „Swing im Ring“ nur stellenweise als Duplikat. Schon damals dominierte in der Band die Bläserfraktion mit ihren butterweichen Einsätzen. Diesmal war der Abend sogar leicht verjazzt, die Musik war konzertanter. Es war geballte Big-Band-Power mit Spitzenmusikern. Das voll besetzte Filmtheater war also deutlich mehr als nur ein Zeichen von Lokalpatriotismus des Publikums.
Unter der Leitung von Roland Riedlbauer erwartete das Publikum ein satter Sound. Gespannt warteten die Zuhörer auf den in der Profiszene bekannten Startrompeter Andrej Lobanov, der für das Konzert gewonnen werden konnte und mit dazu beitrug, dass der muntere Swingabend zu gewissen Zeiten mit trocken-knalligen Orchestersignalen aufgeraut wurde. Alles begann mit dem posaunenbetonten „The Healer“ von Peter Herbolzheimer. Schon im ersten Set betrat nach dem vierten Stück „Begin the Beguine“ die Weidener Blues- und Soulkönigin Andrea „Bibi“ Bibel die Bühne und interpretierte mit „All of me“, „Blue Moon“ und „A Tisket a Tasket“ auf würdevolle Weise gleich drei Songs.
Das Gastspiel mit Material von Duke Ellington, Count Basie, Sammy Nestico, Bert Kämpfert oder Glenn Miller bot dank der exzellenten Musiker Swing vom Feinsten.
Auch die Anekdoten kamen nicht zu kurz. Viel gab’s zu erzählen. So die Geschichte, als Bibel den Russen Lobanov in Sibirien kennenlernte und in Amberg wiedertraf. Auch der Arzt Lothar Kiehl fuhr immer wieder mit Gags dazwischen und sorgte für Kurzweil. Sängerin Bibel brachte sich mit insgesamt neun vokalen Glanzlichtern ein.
Wie ohrgängig die Musik war, zeigte sich an Stücken wie „Moonlight Serenade“, „Swing a ling Ding“ oder „Caribbean Dance“. Die Big-Band verabschiedete sich schließlich mit „Respect“ von Aretha Franklin. Für das Konzert gab es abschließend stehende Ovationen.















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