22.11.2018 - 16:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Metropolregion kommt nach Weiden

Veranstaltungsort einer überregionalen Großveranstaltung zu sein bietet für die Region ganz besondere Chancen, auf sich aufmerksam zu machen. Der Wissenschaftstag der Metropolregion zählt zu diesen besonderen Ereignissen

Professor Godehard Ruppert, Sprecher des Forums Wissenschaft der EMN (Erster von rechts) erläuterte das vorläufige Programm des 13. Wissenschaftstags der EMN
von Siegfried BühnerProfil

30000 Einladungen werden verschickt, alle tragen das Bild des Veranstaltungsorts. Anlass dafür ist der 13. Wissenschaftstags der Metropolregion Nürnberg (EMN). Er findet im kommenden Jahr am 19. Juli in Weiden statt. Mit vielen hundert Teilnehmern rechnen die Veranstalter, zuletzt in Fürth waren es mehr als 900. Die Öffentlichkeitswirkung in den Medien wird in ganz Bayern stattfinden. Bekannte Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft werden nach Weiden kommen. Im e-house in Weiden fand jetzt für dieses Ereignis die Kick-off-Veranstaltung mit Podiumsdiskussion statt. Hans-Jörg Schön, Vorstand der Sparkasse Oberpfalz Nord, begrüßte die Gäste. Prominente Vertreter von Teilorganisationen der Metropolregion Nürnberg trafen sich den Repräsentanten aus der nördlichen Oberpfalz um den Startschuss für diese Großveranstaltung zu geben. „Noch steht das Programm in allen Details noch nicht fest“ sagte Professor Godehart Ruppert, fachlicher Sprecher des Forums Wissenschaft der EMN und Präsident der Universität Bamberg. Doch sicher sei, „ die Region kann sich präsentieren“. Und Ruppert erinnerte an die Abschlussfeier des letztjährigen Wissenschaftstags im Sportpark Ronhof in Fürth, als der grüne Staffelstab an OTH Präsidentin Professor Andrea Klug und Oberbürgermeister Kurt Seggewiß übergeben worden war. Einige Details des neuen Programms im kommenden Jahr verriet Ruppert jedoch bereits. Es sind vier sogenannte parallel laufende Panels zu unterschiedlichen Themenkomplexen über die Vorträge, Workshops und Diskussionen stattfinden (siehe untenstehend). Tradition sei, dass beim Wissenschaftstag mindestens ein Panel sich mit einem regionalspezifischen Thema beschäftigt. In Weiden wird es das Thema grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit tschechischen Partnern sein. Ruppert sieht in der Wahl des Veranstaltungsorts Weiden ein Signal an die Region, „auch wir sind interessiert an der Oberpfalz“. Für Oberbürgermeister Kurt Seggewiß ist der Wissenschaftstag „ein Pfund das man spielen muss“. Schließlich könne man zeigen dass „wir derzeit die dynamischste Region in ganz Bayern sind“. Für OTH-Präsidentin Klug geht es am Wissenschaftstag um Themen, „die weit über die Region hinausstrahlen“. Zeigen könne man auch was die Hochschule im Zusammenwirken mit der Region leistet. Und Klug erinnerte auch daran, dass die OTH Amberg-Weiden im kommenden Jahr auch ihr 25-jähriges Jubiläum feiert. Landrat Wolfgang Lippert vom Landkreis Tirschenreuth will „zeigen, was wir alles haben“. „Landlust nicht Landfrust“ gelte es zu demonstrieren. Längst habe sich auch in der Nordoberpfalz ein neues Selbstbewusstsein entwickelt, stellte Lippert fest. Und der stellvertretende Landrat des Landkreises Neustadt/WN Albert Nickl freute sich durch den Wissenschaftstag „auf Augenhöhe in der Metropolregion aufzutreten“. Nickl erinnerte auch daran, dass ein „Markenbildungsprozess“ angestoßen wurde. Die Ergebnisse würden im Januar vorgestellt werden um im Kern die Aussage beinhalten, „das Leben auf dem Land neu zu denken, denn dieses ist hier oftmals besser als in den Großstädten“. Christa Standecker, Geschäftsführerin der EMN, betonte, dass diese Vereinigung als Stadt-Land-Partnerschaft gegründet wurde. Das Thema „Verhältnis von Stadt und Land ist dabei ein Dauerthema“. Alles sei auch „eine Mitmachveranstaltung“. Auch Zahlen wurden genannt, wonach die EMN eine Fläche von 21800 Quadratkilometer umfasse, 3,5 Millionen Einwohner habe und mit einem Bruttoinlandsprodukt von 134 die Wirtschaftskraft von Ungern besitze. In den musikalischen Einlagen schlossen sich Hubert Treml und sein Violinpartner Sepp Zauner dem Lob der EMN an, unter anderem mit dem Liedtext „der Wissenschaftstag ist interdisziplinär, was will man mehr“.

Voraussichtliche Themenfelder der Panels des 13. Wissenschaftstags der Metropolregion Nürnberg

• Arbeit und Bildung 4.0 Digitalisierung, Energiewende oder Industrie 4.0.

• Logistik und E-Commerce

• Gesundheitsmanagement mit dem Thema Medizintechnik

• Gateway Mittel- und Osteuropa (MOE), zum Beispiel grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Universität Pilsen

Moderiert von Wolfgang Weber von der OTH Amberg Weiden (Erster von links) diskutierten OTH-Präsidentin Andrea Klug, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Professor Godehard Ruppert als Sprecher des EMN-Forums Wissenschaft, Landrat Wolfgang Lippert vom Landkreis Tirschenreuth und der stellvertretende Landrat Albert Nickl vom landkreis neustadt/WN
Ehrengäste der Kick-Off-Veranstaltung zum 13. Wissenschaftstag, darunter Professor Godehard Ruppert als Sprecher des EMN-Forums Wissenschaft (Fünfter von links) sowie Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und OTH-Präsidentin Andrea Klug (Sechster und Siebte von links)
Angemerkt:

Metropolregion wieder wahrnehmen

In den letzten Jahren ist das Thema Metropolregion Nürnberg hierzulande in den Hintergrund getreten. Die Berichterstattung in den Medien wurde weitgehend eingestellt. Viele haben ohnehin mit etwas Zurückhaltung die Zugehörigkeit der nördlichen Oberpfalz zu diesem regionalen Zusammenschluss betrachtet. Ein Grund dafür könnte das traditionell etwas schwierige Verhältnis der Oberpfälzer zu den Franken sein, ein anderer die Furcht, von der Großstadt dominiert zu werden. Doch um regionale Verbünde und Netzwerke kommt niemand herum. Nur so ist der Zugang zu vielen Fördergelder und große Infrastruktureinrichtungen zu schaffen. Und da ist es doch besser zusammen mit den Franken etwas auf die Beine zu stellen, als in der Anonymität einer riesigen Donau-Moldau-Region sich zu verirren. Und wenn, wie jetzt, die Metropolregion mit dem Wissenschaftstag auf die nördliche Oberpfalz zugeht, sollten diesem Werben nicht widerstanden werden. Nicht umsonst sprach die EMN-Geschäftsführerin von einer Mitmachveranstaltung.

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