Deutschland hat 1800 Krankenhäuser, ist damit Spitze unter den Industrienationen. Das sind mindestens 400 zu viel, sagt der Bund. Jeden Monat häufen diese Häuser 600 Millionen Euro neue Schulden an. Gerald Gaß ist Cheflobbyist der Kliniken. Der Vorsitzende der deutschen Krankenhausgesellschaft, rechnet damit, dass in den nächsten zehn Jahren 20 Prozent der Klinikstandorte verschwinden.
Das ist deshalb erwähnenswert, weil es die Zahlen der Kliniken Nordoberpfalz AG mit ihren vier Häusern besser einordnet. Selbst Kliniken in potenten Großstädten wie Köln oder Leipzig haben bei ähnlicher Bettenzahl ein Vielfaches an Miesen. Und auch das zuletzt gute Ergebnis des Klinikums St. Marien in Amberg kann kippen.
Das Gesundheitssystem ist eben extrem teuer. Diesen Satz sollte sich jeder laut vorsagen, der gern die Gleichung aufmacht „Defizit = schlechte Leistung“. Genauso wenig stimmt die Hypothese „Defizit = baldige Privatisierung“. Denn wer sollte so ein teures Krankenhaus kaufen? Wer mit Parolen hausieren geht, tut dem Personal und den kommunalen Trägern Unrecht.
Freilich darf die Kliniken AG kein Fass ohne Boden sein. Es ist auch nicht in Stein gemeißelt, dass alle vier Standorte auf Dauer eine Zukunft haben. Bei den 52,3 Millionen Zuschussbedarf geht es aber darum, die AG bis zu einer hoffentlich tragfähigen Gesundheitsreform durchhalten zu lassen, damit sie in ihrer Gesamtheit nicht zu den 20 Prozent der todgeweihten Standorte gehört. Die Träger erfüllen somit ihre Hausaufgaben.





















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