26.04.2019 - 18:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ministerin Melanie Huml "eröffnet" Weidener Palliativstation

Über 100 Patienten wurden seit Jahresbeginn in der Palliativstation in Weiden behandelt. Gesundheitsministerin Melanie Huml würdigte bei der Einweihung die „Spezialisten“ und versprach die Verdoppelung der Versorgungsangebote in Bayern.

Therapeutin Beate Schwägerl (rechts) erklärt Gesundheitsministerin Melanie Huml die Wirkung von Klangschalen.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Dass die Bevölkerung mit dem Fachbegriff der Palliativmedizin immer vertrauter werde, sei nicht zuletzt der Arbeit vieler Ehrenamtlicher im Palliativ- und Hospizbereich zu verdanken. Sie waren die Wegbereiter für Stationen wie in Weiden, von denen es im Freistaat mittlerweile 51 Krankenhäuser mit einer Palliativstation mit insgesamt 474 Betten gebe, sagte Huml in ihrer Festrede. „Ich möchte nicht, dass Schwerstkranke an aktive Sterbehilfe denken. Sie sollen bis zum Schluss die bestmögliche Versorgung erhalten. Deshalb bauen wir die Palliativ- und Hospizversorgung konsequent weiter aus.“

Bei einem Rundgang ließ sich die Ministerin die Ausstattung und Angebote der Station (10 Betten) zeigen und testete unter anderem die Klangschalentherapie. Ihr Dank galt dem fast 35-köpfigen Team aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten, die mit viel Liebe und Respekt die Schwerstkranken versorgten. „Wenn diese auch nicht immer alles mitkriegen, sie spüren es in jedem Fall“, sagte Huml.

„Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“ zitierte Josef Götz, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG in seiner Begrüßung Antoine de Saint-Exupéry. Die hier geleistete Arbeit sei von viel Zuwendung geprägt. Das sei vor allem auch für die Angehörigen wertvoll. Er dankte dem früheren Direktor Hans Kaltenecker und Dr. Susanne Kreuzer für die Vorarbeit im Palliativbereich. Dem schloss sich auch Oberbürgermeister Kurt Seggewiß an. Kaltenecker habe bereits 2003 eine mündliche Zusage aus dem Ministerium erhalten, dass eine Palliativstation „bedarfsnotwendig“ sei. Platz und ein Fachprogramm fehlten damals noch. 2007 gab es dann die Zustimmung für den Start in Neustadt/WN. Mit der Angliederung ans Weidener Klinikum gehe die Erfolgsstory weiter. „Der Bedarf ist da.“ Der OB dankte auch dem Förderverein für Schwerkranke, der die Palliativstation seit Bestehen mit Spenden von über einer Million Euro unterstützt habe.

„Das Team hat den Umzug bravourös gemeistert“, dankte Ärztliche Leiterin Dr. Stephanie Kuchlbauer allen für die Geduld. Neustadt war vergleichsweise beschaulich, Weiden sei ein Abenteuer. Aber: Der Zuspruch sei noch nie so groß gewesen. „Der Palliativgedanke ist angekommen.“ Dekan Johannes Lukas, Pfarrer Hans-Martin Meuß und Pater Sigmund vom Kloster St. Felix segneten im Beisein zahlreicher Mitarbeiter und Gäste die Räume. Eveline Angstmann und Uwe Maas umrahmten die Feier musikalisch.

Neue Palliativstation am Klinikum Weiden startet

Weiden in der Oberpfalz
Info:

Mehr Palliativbetten

„Bei der Palliativversorgung in Bayern soll im stationären Bereich die Zahl der Betten steigen“, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml bei der Einweihung am Freitag. Aktuell befänden sich 24 neue Palliativbetten an neun Standorten in Planung. „Die vier Betten, die Weiden noch braucht, werden wir da auch noch unterkriegen“, versprach Huml. Neun Krankenhäuser verfügen über eine stationäre Palliativ und einen palliativmedizinischen Dienst, 67 Krankenhäuser nur über einen palliativmedizinischen Dienst. Außerdem gibt es 50 SAPV-Teams (Spezialisierte ambulante Palliativversorgung). (shl)

Viele Mitarbeiter, ehemalige Beschäftigte am Klinikum und Gäste nahmen an der Einweihung teil.
Die Gäste verewigen sich zur Eröffnung der Palliativstation mit einem Schmetterling: (von links) OB Kurt Seggewiß, Ministerin Melanie Huml, die CSU-Landtagsabgeordneten Tobias Reiß und Stephan Oetzinger, Leiterin Dr. Stephanie Kuchlbauer und Kliniken-Vorstand Josef Götz.
Ärztliche leiterin Dr. Stephanie Kuchlbauer (rechts) und Klinikum-Vorstand Josef Götz danken Ministerin Melanie Huml mit einem Präsent für ihr Kommen.
Bei einem Rundgang zeigte sich die Ministerin beeindruckt von den Angeboten auf der Palliativstation in Weiden.
Dekan Johannes Lukas, Pfarrer Hans-Martin Meuß und Pater Sigmund (St. Felix) segneten die Räume.
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