22.03.2020 - 13:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Moskauer Circus" strandet in Weiden

Seit über einer Woche sitzen Artisten und Tiere auf dem Festplatz fest. Wegen der Coronakrise fehlen dem Zirkus Einnahmen. Jetzt gehen ihm die Lebensmittel zur Neige.

Zirkus-Mitarbeiterin Natascha Trumpf, Jeffrey Frank (rechts) und der Zirkus-Nachwuchs.
von Autor hczProfil
Auch Juniorchef Gerhard Frank weiß nicht, wie es weitergehen soll.
Etwa 30 der 40 Beschäftigten beim "Moskauer Circus". Die Kinder werden übrigens immer per Internet unterrichtet. Für sie ändert sich in Zeiten von Corona nichts.

„Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll“, sagt Natascha Trumpf vom „Moskauer Circus“. Seit über einer Woche sitzt der Zirkus am Festplatz an der Conrad-Röntgen-Straße fest. Über 40 Mitarbeiter und 20 Tiere sind betroffen. Die Schwiegertochter des Direktors, Olexander Mak, berichtet, dass die Tournee schon in Regensburg mit viel Pech begann: Der Sturm habe das Zelt eingerissen. Eine neue Zeltanlage musste man sich leihen. Nachdem in Weiden die Auftritte kurzfristig abgesagt wurden, fehlen jetzt alle Einnahmen. Schon in Regensburg waren die Zuschauer wegen Corona ausgeblieben.

Im Winter habe sich die Truppe mit Auftritten in Schulen, Kindergärten und Altenheimen über Wasser gehalten, erzählt Junior-Chef Gerhard Frank. Die Saison sollte ein Polster für dringend benötigte Investitionen bringen. Zwei Lastwagen seien defekt, bei einigen müsse der TÜV gemacht werden. Selbst wenn es jetzt wieder los gehen würde, fehle das Startkapital. In diesem Zusammenhang dankten Trumpf und Frank der Stadt Weiden, namentlich Kämmerin Cornelia Taubmann, die den Festplatz, Wasser und Strom kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Aber: Die Reserven an Lebensmitteln und Futter für die Tiere sind fast aufgebraucht. Dringend brauche der Zirkus Heu, Kraftfutter oder Möhren für die Kamele, Pferde und Ponys. Fünf Tiger und zwei Seelöwen seien schon in das feste Quartier ihrer Trainer zurückgebracht worden.

„Wir können nichts anderes außer Zirkus“, sagt Frank. Er berichtet von schlimmen Erfahrungen mit Jobcentern, wo man ihnen in früheren Notzeiten geraten habe: „Sie können ja ihre Tiere und Lastwagen verkaufen.“ Damit aber wäre der seit 1861 bestehende Zirkus jeglicher Zukunftsperspektive beraubt. „Moskauer Circus“ übrigens, weil viele der Artisten und Mitarbeiter aus der früheren Sowjetunion stammen. Leider seien viele der ausländischen Mitarbeiter nicht versichert, bedauern die Manager. Sie würden zurzeit mit der Pflege und Reinigung der Wohnwagen, der Fahrzeuge und der Tiere beschäftigt.

Die angeordneten Corona-Maßnahmen würden konsequent befolgt, versichern die Verantwortlichen. Man halte sich nur auf dem Festplatz-Gelände auf. Für jede Hilfe wäre man dankbar, sagt Mitarbeiterin Trumpf. Sie ist unter 0170/2038633 zu erreichen.

Die Weidener Tafel hilft dem Zirkus:

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