16.09.2020 - 16:23 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Mr. Volkshochschule" verabschiedet sich

Mehr als 35 Jahre lang galt Leonhard Dietrich als Gesicht der Volkshochschule Weiden-Neustadt. Dass er bald in den Ruhestand treten wird, war zwar schon länger bekannt. Trotzdem wurde die Verabschiedung nochmals richtig emotional.

von Siegfried BühnerProfil

„Diese Ansprache fällt mir sehr schwer“, lautete der erste Satz in der Verabschiedungsrede des langjährigen Geschäftsführers und späteren pädagogischen Leiters der Volkshochschule Weiden-Neustadt, Leonhard Dietrich. Dabei gehörten Ansprachen in der Leitungsfunktion der Volkshochschule doch seit 35 Jahren zum Alltag des Diplom-Pädagogen. Aber weil es wohl die letzte Ansprache in dieser Führungsrolle war und jetzt der Schritt in den Ruhestand bevorstand, verstanden die zahlreich erschienenen Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft, Bildungseinrichtungen die gezeigten Emotionen.

Vielleicht fiel diese Ansprache auch deswegen so schwer, weil vorher VHS-Geschäftsführer Stefan Frischholz in zahlreichen Filmszenen, Bildern und Anekdoten die lange berufliche Lebensgeschichte von Dietrich bei der VHS wieder lebendig gemacht hat. Zu sehen waren unter anderem Aufführungen des früheren VHS-Balletts, Bilder der Bayrisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstage und von vielen anderen von Dietrich organisierten Veranstaltungen und Begegnungen. Aufgeblättert wurde die gesamte Geschichte der VHS seit 1985, beginnend mit Dietrichs Ernennung zum Geschäftsführer der VHS, dem Zusammenschluss mit dem Landkreis Neustadt, der Gründung des Zentrums für regionale Bildung (ZRB) sowie den Umzügen in die Sedanstraße und später in das heutige Gebäude in der Luitpoldstraße.

Frischholz attestierte auch, dass Dietrich zusammen mit ihm und den Mitarbeitern die Volkshochschule nicht nur vor der Insolvenz bewahrt, sondern sie zu einem Vorzeigeunternehmen „gemeiselt“ habe. Der VHS-Geschäftsführer fasste die von Dietrich geprägte Geschichte der VHS Weiden-Neustadt mit dem Satz zusammen „Denkt man an den Namen Leo Dietrich, denkt man an Mr. Volkshochschule.“ Wie die VHS und das Zrb heute dastehen und hohe Anerkennung und Akzeptanz haben „ist maßgeblich Ihnen zu verdanken“. Dietrich ist laut Frischholz „Vordenker, risikobereit und Grenzgänger im Projektbereich gewesen“. Schließlich gipfelte die Laudatio in den Sätzen „Leo Dietrich hat sich für die VHS und das ZRB verdient gemacht“ und „als Wegweiser und Leuchtturm wird er immer einen ersten Platz in der Geschichte unserer Unternehmen haben“. Am Ende der Laudatio sagte Frischholz: „Mit größter Hochachtung verneige ich mich vor Ihnen.“

Der so Geehrte zeigte sich in seiner Abschiedsansprache recht bescheiden und sprach von einem „Geschenk der 35 Jahre“. Vorrangig komme es „auf das gemeinsam Erreichte an“. Und schließlich sei man ja auch nur dem öffentlichen Bildungsauftrag nachgekommen. Mit Blick auf die kommunalen Vertreter sagte Dietrich: „Wir sind ein Kind der Kommunen und werden von ihnen getragen.“ Bürgermeister Lothar Höher nannte Dietrich in seinem Grußwort „das Gesicht der VHS“. Und er würdigte auch Dietrichs außerberufliches Engagement unter anderem bei der Begründung der Partnerschaft mit Marienbad.

Dass sie vor vielen Jahren „unheimlich neidisch auf die VHS Weiden-Neustadt gewesen sei“, berichtete die Vorsitzende der Bezirksarbeitsgemeinschaft der Oberpfälzer Volkshochschulen Ulrike Schmid. Dietrich hätte auch häufig die Vorlagen für die Verbandsarbeit geliefert und richtungweisende Projekte durchgeführt. Zahlreichen Geschenke, unter anderem eine Torte in Form eines VW-Bulli und die VHS-Seifenkiste, wurden an Dietrich übergeben. Geplant hat Dietrich im Ruhestand eine erneute Reise mit dem familieneigenen Bulli Baujahr 1985 nach Schottland. „Leider fehlt mir dazu noch ein Ersatz-Zündverteiler“, klagte der Neuruheständler. Dudelsackmusik lieferten Teresa Weidhas und Herbert Schmid.

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