Das Ehepaar Norbert und Ursula Freundorfer berichtete am Sonntagnachmittag in der Gaststätte „Dagner“ den Vereinsmitgliedern von „Mtendere“ von seinen Eindrücke der letzten Reise nach Malawi. Die Freundorfers waren über Weihnachten und Neujahr im ostafrikanischen Land. Anhand einer Powerpoint-Präsentation informierte Norbert Freundorfer die Mitglieder über den aktuellen Zustand und die Entwicklung des "Mtendere"-Projekts in Ulongue.
„Der normale Tourist bekommt von der Armut im Land nichts mit“, sagte er. „Mtendere Weiden“ betreue in dem Ort einen Kindergarten mit 60 Kindern. Außerdem liefen vier Patenschaft für ältere Kinder und Jugendliche: Dominic, Evison, Glory und Joice. Eine fünfte sei geplant. Zum offiziellen Empfang der Weidener Gäste seien neben dem Häuptling Kalembo 16 weitere Chiefs angereist, die in der Region insgesamt 150.000 Menschen vertraten.
„Ich wurde mit David Livingstone verglichen“, betonte Freundorfer. „Unsere Arbeit wird gewürdigt.“ Dem Verein gehe es vor allem um Bildung für eine Bevölkerungsschicht, die normalerweise zur Bildung keinen Zugang hätte. „Vielleicht hatte man damals bei der Kolonialisierung etwas falsch gemacht.“
Unterstützt würden die Weidener vor Ort vor allem von Danger Chipino, einem Mit-Vierziger, der als Fremdenführer im „Mvuu“-Nationalpark arbeitet und „Mtendere“ gemeinsam mit Familie Freundorfer ins Leben gerufen hatte. "Inzwischen dürfen wir sogar am Parkeingang für unser Projekt werben. Ein großer Schritt." Freundorfer hofft auf Spendengelder von Touristen.
Seine neuen Freunde in Afrika würdigte er als „ehrenvolle Leute.“ Die Freundorfers zählten sich inzwischen schon zur Familie. Bilder zeigten eine heruntergekommene katholische Kirche und Kindergartenkinder, die auf über dem Lehmboden ausgebreiteten Plastikfolien betreut werden.
Freundorfer schlug vor, den Monatsgehalt der von Weiden finanzierte Lehrerin um fünf Euro auf 20 Euro monatlich anzuheben. „Zurzeit befindet sich Malawi im Wahlkampfmodus. Der Mindestlohn im Land wurde erhöht." Trotzdem lebten die Menschen von der Hand in den Mund.
Freundorfer dankte auch dem Frauenbund Herz Jesu für die großzügigen Spenden. „Euer Logo hängt jetzt in Schulhaus an der Wand.“ Nicht gerade üppig habe sich aus europäischer Sicht das Weihnachtsessen für die Kinder gestaltet, das Freundorfer aus eigener Tasche finanzierte. Reis mit zwei Stückchen Fleisch und Soße. Aber: „Das einzige Fleisch, das diese Kinder im Jahr bekommen.“
„Wir wollen motivieren“, erklärte Freundorfer. „Wir wollen Eigeninitiative fördern.“ Deshalb verzichte man, abgesehen vom Schulbetrieb, auf die Finanzierung von Lebensmitteln. Man wolle vielmehr Menschen über den Verleih trächtiger Ziegen oder eierlegender Hühner die Selbstständigkeit erleichtern. "Sobald die jungen Ziegen geboren sind oder Küken schlüpfen, müssen sie die Muttertiere und den Wurf wieder abgeben. Ein Jungtier wird ihnen geschenkt."
Im August wollen Norbert und Ursula Freundorfer erneut nach Malawi reisen. Dann aber mit Vereinsmitgliedern. Für preiswerte Unterkünfte werde gesorgt. Der Flug müsse natürlich auch bezahlt werden. Auf dem Programm stünde ein Besuch des Mvuu-Nationalparks mit Elefanten-Camp. Aus einer Nachbargemeinde sei wegen eines zweiten "Mtendere"-Projektes angefragt worden. Eine Zusammenarbeit werde ausgelotet.














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