29.05.2019 - 11:52 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Müssten längst einen 1. FC Weiden haben"

Der Präsident der SpVgg SV Weiden, Michael Kurz, schüttete beim Besuch der Weidener SPD sein Herz aus und klagte über Spannungen, was den Zusammenhalt der Weidener Sportvereine betrifft.

Die Weidener Genossen diskutieren mit dem Boss der SpVgg SV Weiden, Michael Kurz (Fünfter von rechts) über die Lage des Vereins.
von Helmut KunzProfil

Er habe eine Vision, die den Weidener Sport als Ganzes betrachte. Leider sei der Name „SpVgg SV Weiden“ für viele ein Reizwort. Vom FC Weiden-Ost, mit dem es einen Kooperationsvertrag gibt, fühle man sich sogar gehasst. „Das ist ein Problem. Wir müssten längst einen 1. FC Weiden haben, wo die Fußballvereine fusionieren.“

Aber dies sei wohl "in 100 Jahren nicht möglich". „An uns liegt das nicht“, sagte Michael Kurz. Als Beispiele nannte er die enge Zusammenarbeit mit dem TC Postkeller und dem Schwimmverein. „Wir laden uns gegenseitig ein.“ Alle kämpften doch am Limit und versuchten Geld aufzutreiben. „Deshalb müssten wir langsam mit der Zusammenarbeit anfangen." Was übrigens auch für den Bereich Tennis gelte.

Kurz war vorher von SPD-Fraktionschef Roland Richter auf ein Thema angesprochen worden, das häufig an die Stadtratskollegen herangetragen werde. „Die SpVgg SV bekommt zwei Kunstrasenplätze.“ Nun wolle er wissen, inwieweit andere Clubs eingebunden seien. „Die fragen berechtigterweise schon, warum ihr zwei Kunstrasenplätze bekommt und sie nicht, obwohl doch auch sie Nachwuchsarbeit betreiben." Richter: „Auch deren Plätze sind nach den Sommermonaten kaputt. Und ich glaube, daher kommt dieses Unwohlsein. Man sollte vielleicht mal die Hintergründe erklären.“

„Die SpVgg SV Weiden speist momentan die ganze nördliche Oberpfalz mit hochklassigen Fußballspielern“, erläuterte Kurz. „Jeder schimpft über uns. Aber alle warten ab, bis unsere Spieler 18 werden und werben sie dann mit Geld ab.“ Er sei Vorsitzender des einzigen Vereins zwischen Bayreuth und Regensburg, der so operiere. „Wir bilden die Spieler aus. Eigentlich müssten die Vereine jedes Jahr wie die Heiligen Drei Könige zu uns kommen und uns Geschenke bringen.“

Es gebe Clubs in der Nachbarschaft, die keinen Cent für Jugendarbeit locker machten. „Weil sie die jungen Spieler von uns holen.“ Und der SpVgg SV Weiden koste das jährlich 250.000 Euro. „Wenn wir dieses Geld herausziehen und in die erste Mannschaft stecken würden, spielten wir in der Regionalliga und wären jeden Samstag im Fernsehen.“

Über die Hälfte des Etats aus Sponsorengeldern fließe in den Kinderbereich. „Und auch hier sind wir wieder die Bösen, weil wir ja Kinder aus anderen Vereinen holen.“ Dabei wäre es eine tolle Lösung, wenn alle Vereine ihr Geld in einen Topf werfen würden.

Kurz antwortete auf die Frage von Horst Fuchs, ob denn der FC Weiden-Ost ein Anrecht habe, die Kunstrasenplätze mitzubenutzen: „Der richtige Weg wäre, wenn Franz Bäumler mal das Telefon in die Hand nehmen würde. Wir haben bisher für alles eine Lösung gefunden. Mit Reden kommen die Leute zusammen. Uns trennen Luftlinie nur 500 Meter. Warum spricht man nicht miteinander? Wir sind die Allerletzten, die sich versperren.“ Aber: „Der Hausherr auf diesen Plätzen sind nun mal wir.“

Kurz warb um Vertrauen. Man sollte doch die Dinge, welche die alte, in Konkurs gegangene SpVgg betreffen würden, endlich vergessen und nach vorne blicken. „Wir sind heute ein ganz anderer Verein, wir sind die SpVgg SV Weiden.“ Hier spielten über 300 Kinder in elf Mannschaften. „Wir haben uns extrem gesellschaftsfähig gemacht.“ Reiner Nachtigall unterstrich dies Botschaft mit einer Präsentation.

So reagiert der FC Weiden-Ost

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