29.05.2020 - 11:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Naturfreund erzählt: Kommt der Pfingstvogel?

Natur pur bei Weiden: Wolfgang Winter weist diesmal auf einen seltenen Gast hin, der nun zu Pfingsten aus seinem Winterquartier im südlichen Afrika zurückkommen sollte.

Selten zu sehen, ein fliegender Pirol. Der Pfingstvogel lebt in Weiden nur an einem Standort und zwar in den Naabauen am Hammerweg.
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Er gehört zu den wenigen heimischen Vogelarten, die ihren Namen singen können. Das liegt, wie bei den anderen auch, daran, dass der Name eine Lautmalerei des Gesangs der jeweiligen Art ist.

Ein veralteter deutscher Name dieser Art, der ebenfalls mit dem typischen Gesang spielt, ist "Vogel-Bülow". Das wiederum hatte vor vielen Jahren Viktor von Bülow auf die Idee gebracht, für seine Tätigkeit als Komiker den französischen Namen des Pirols, nämlich "Loriot" zu verwenden, unter dem er dann auch berühmt geworden ist.

Der Gesang des Pirols, der nicht selten von Staren nachgeahmt wird, ist ein von schnarchend-kreischenden Lauten unterbrochenes, wiederholtes Rufen seines Namens in verschiedenen, aber immer sehr ähnlichen Varianten. Einmal gehört und erkannt, wird man diese Stimme nicht mehr verwechseln.

Kennenlernen kann man den Gesang in der Arten-Datenbank des Landesbundes für Vogelschutz: www.lbv.de/ratgeber/naturwissen

Da der Pirol in Laub- und auch Mischwäldern, Parks und ausgedehnten Allee-Anlagen, aber fast ausschließlich in der Nähe von Wasser brütet, was ihn als ursprünglichen Auwald-Bewohner kennzeichnet, ist er zwar weit verbreitet, aber nirgends häufig. Nur wenige Flüsse verfügen über nennenswerte Auwald-Bestände, die diesen Namen verdienen: also im Wesentlichen aus Laubbäumen bestehen.

Hoch in den Kronen dieser Laubbäume fertigt der Pirol - vielmehr die Pirolin - ein sehr kunstvolles Nest, das einer Schale oder Tasche gleich in eine waagerechte Astgabel geflochten wird, wo es dann so fest hängt, dass darin problemlos drei bis vier Junge großgezogen werden können.

Zu sehen bekommt man den auffälligen Vogel nur selten, da er sich nahezu immer in den Kronen der Bäume aufhält, wo das kräftige Gelb in den sonnendurchfluteten frischgrünen Blättern nämlich kaum auffällt.

In den vergangenen Jahren war in und um Weiden nur ein Vorkommen bekannt, und zwar am Rand der Waldnaab-Aue zwischen Hammerweg und Neustadt. Es wird spannend: Ist der Pfingstvogel rechtzeitig wieder zurück in Weiden? Zu Pfingsten?

Info:

Über den Autor

Wolfgang Winter ist beruflich wie privat viel in der Natur in und um Weiden unterwegs und engagiert sich beim Landesbund für Vogelschutz (LBV). Er berichtet über Fundstücke beim Spaziergang am Wegesrand.

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