14.06.2018 - 18:09 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Das Netzwerk Jugendhilfe funktioniert

Förderprogramm "Jugend stärken im Quartier" soll bis 2022 fortgeführt werden. Jugendhilfeausschuss Weiden tagt.

von Stephanie Hladik Kontakt Profil

(shl) Der Vater spielsüchtig, die Mutter überfordert, der Freund macht Stress und in der Schule ist der Abschluss gefährdet. Das junge Mädchen hielt es nicht mehr aus. Heute wird sie psychologisch betreut und macht eine Ausbildung. Jugendamt und Schule halten Kontakt zur Familie. In einem anderen Fall rutscht ein junger drogen- und alkoholabhängiger Mann zweimal in die Obdachlosgkeit ab. Ein Netzwerk an Helfern verschiedener Betreuungsstellen hilft ihm wieder auf die Beine.

Das sind nur zwei Beispiele von Jugendlichen, die von dem ESF-Bundesprogramm "Jugend stärken im Quartier" (JUSTIQ) profitiert haben. Im Jugendhilfeausschuss zogen Lenka Forsterova (Arbeitslosenstelle der Stadt) und Elisabeth Weiß (Kolping-Bildungswerk) eine positive Bilanz.

Das Förderprogramm läuft nach drei Jahren Ende 2018 aus. Ziel ist die Vermittlung von Jugendlichen im Alter von 12 bis 26 Jahren, die auf sozialpädagogische Unterstützung angewiesen sind, in Schule, Ausbildung oder Arbeit. Das Projekt sei mittlerweile an vielen Schulen (Pestalozzi-Mittelschule, Europa-Berufsschule, Max-Reger-Mittelschule, Stötzner-Schule, Gustl-Lang-Wirtschaftsschule), bei Bildungsträgern, Vereinen, Psychologen und den Beratungsstellen bekannt.

204 Jugendliche (die Mehrheit stammt aus dem Stadtgebiet) haben bereits am Projekt teilgenommen, sagte Forsterova. 55 Prozent davon sind männlich. 92 von ihnen wurden erfolgreich in Schule, Ausbildung oder Arbeit integriert. 80 Prozent sind Schüler, 8,4 Prozent sind arbeitslose Jugendliche. 44 Prozent sind alleinerziehend oder leben im Haushalt eines Alleinerziehenden. 24 Prozent von ihnen leben in einem Erwerbslosenhaushalt, 13 Prozent sind von Obdachlosigkeit betroffen.

Das niederschwellige Angebot der sozialpädagogischen Beratung sollte in jedem Fall fortgeführt werden, sagte Weiß. Das sah auch Bürgermeister Lothar Höher so, der der Neubeantragung des Programms für den Förderzeitraum 2019 bis Juni 2022 wohlwollend gegenüber steht. Der Finanzausschuss sollte die finanziellen Mittel von rund 242 000 Euro bereitstellen. Josef Gebhardt (SPD) und Reinhold Wildenau (Bürgerliste) regten an, nach Co-Finanzierungen zu suchen. Sozialdezernent Hermann Hubmann will hier unter anderem die Stiftungen ansprechen.

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