Weiden in der Oberpfalz
06.07.2026 - 17:28 Uhr
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Der neue Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz: Zu schön, um wahr zu sein?

Frischer Wind für die Kliniken Nordoberpfalz. Der neue Vorstand startet mit großen Plänen und viel Optimismus. Man will ihm gerne glauben. Wer aber die vergangenen Jahre erlebt hat, dem fällt das nicht leicht, kommentiert Wolfgang Würth.

Kommentar von Wolfgang Würth
Die beiden neuen an der Spitze der Kliniken Nordoberpfalz AG: Vorstand Ralph Junghans (rechts) und Klinikdirektor Tim Egger. Bild: Gabi Schönberger
Die beiden neuen an der Spitze der Kliniken Nordoberpfalz AG: Vorstand Ralph Junghans (rechts) und Klinikdirektor Tim Egger.

Ein bemerkenswerter Auftritt: Wer sich an die Kommunikation der Kliniken-Nordoberpfalz der vergangenen zehn Jahre erinnern kann, muss jetzt einfach staunen. Wenn man den neuen Vorstand Ralph Junghans und Klinikdirektor Tim Egger über ihre Pläne und Ziele sprechen hört, klingt das alles so leicht: bessere Organisation, mehr Patienten, schwarze Zahlen. Und das alles ohne Streichungen und Einsparungen. Der neuen Führung der Kliniken-Nordoberpfalz-AG muss klar sein, dass sie in Zukunft an diesen Aussagen gemessen wird.

Denn auch wenn man es gerne glauben möchte und den neuen Gesundheitsmanagern und ihrem Team schon aus purem Eigennutz viel Erfolg wünscht: Ein wenig muss man zweifeln. Schließlich haben auch die Vorgänger im KNO-Management alles versucht, die Häuser des Verbundes wirtschaftlich gesund aufzustellen. Aber trotz aller Einsparungen, Streichungen und Schließungen: Das Defizit blieb.

Vor diesem Hintergrund klingt es eben fast zu schön, um wahr zu sein, was die beiden Gesundheitsmanager vorhaben: Wachstum gegen die wirtschaftliche Misere. Die Zeit der Kürzungen soll vorbei sein. Die Standorte Weiden, Tirschenreuth und Kemnath erhalten beim Pressegespräch am Montag eine Bestandsgarantie. An der Belegschaft soll nicht gespart werden, das Personal eher auf- als abgebaut werden. Und auch der Service für Patienten soll nicht sparsamer, sondern besser werden.

Auch die unterschwellige Angst vor einer nahenden Privatisierung der Nordoberpfälzer Krankenhauslandschaft sei unbegründet, betonen Ralph Junghans und Tim Egger. Dass zwei Manager von privaten Konzernen nach Weiden wechseln, hat mancher Beobachter als ersten Schritt in diese Richtung bewertet. Stattdessen erklären Junghans und Egger, dass genau das Gegenteil richtig sei: Sie wechselten zum kommunalen Träger, weil sie lieber bei einem Unternehmen arbeiten wollten, das mehr dem Gemeinwohl als der Gewinnmaximierung verpflichtet sei.

Wie gesagt: Das alles klingt positiv, nachvollziehbar und sympathisch – aber ist es wirklich so einfach? Denn nicht nur bei den Krankenhäusern der Nordoberpfalz verschlechterte sich die Situation zuletzt. Gefühlt überwiegt deutschlandweit die Zahl der Krankenhäuser in Not die der gesunden deutlich. Auch das Klinikum in Amberg kämpft mit einem wachsenden Defizit, auch aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach kommen Klagen zur Finanzsituation. Macht das Management dort einfach nur alles falsch?

Dazu kommt die Politik, die das Management des Klinikenverbunds auch in Zukunft nicht unbedingt leichter machen dürfte: Die kommunalen Finanzen geraten zunehmend unter Druck. Die Anreize, mit Blick auf den eigenen Haushalt Einfluss zu nehmen, dürften bei den Trägern also wachsen. Auch das verbessert die Möglichkeiten des Vorstands nicht unbedingt. Dem neuen Management ist alles Glück zu wünschen, dass es von den Aussagen vom Montag nicht auf unangenehme Art eingeholt wird.

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