Weiden in der Oberpfalz
16.01.2019 - 11:48 Uhr

Neuer "Problembär" in Bayern: Jäger haben Waschbären im Visier

Der Waschbär ist im vergangenen Jagdjahr verstärkt ins Visier der bayerischen Jäger genommen worden. Auch in der Oberpfalz steigt die Zahl der geschossenen Pelztiere - obwohl das Problem in der Region nicht sehr groß ist. Noch.

Jäger und Naturschützer sehen Waschbären als Gefahr für heimische Tierarten. Bild: Jochen Lübke/dpa
Jäger und Naturschützer sehen Waschbären als Gefahr für heimische Tierarten.

Der Waschbär ist in Bayern angekommen, herzlich begrüßt wird das pelzige Tier, das ursprünglich aus Nordamerika stammt, allerdings nicht. Im Gegenteil: Der Waschbär ist ins Visier der bayerischen Jäger geraten, er wird vermehrt geschossen - auch in der Oberpfalz, obwohl das Tier dort noch keine Probleme bereitet.

Im Jagdjahr 2017/18 wurden in Bayern 2725 Waschbären erlegt, im Jahr zuvor waren es noch 1892. Zum Vergleich: 2004/05 hatten die bayerischen Jäger nur 335 solcher Tiere geschossen. In der Oberpfalz stieg die Zahl der erlegten Waschbären von 2 im Jagdjahr 04/05 auf 28 im Jagdjahr 17/18, ein Jahr zuvor waren es 17, wie das bayerische Landwirtschaftsministerium auf Nachfrage mitteilt.

Der Waschbär, der zur Pelzzucht nach Deutschland gebracht wurde, gilt als Problembär, weil er sich in der neuen Heimat schnell ausgebreitet hat und als Raubtier eine Gefahr für heimische Tierarten darstellt. "Der Waschbär ist ein Nesträuber, der für alle Vogelarten gefährlich ist", sagt Johannes Bradtka, Vorsitzender des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz Bayern aus Erbendorf. "Wir begrüßen, dass er verstärkt gejagt wird." Das Tier dezimiere heimische Tierarten und könne Krankheiten auf Menschen übetragen.

In der Oberpfalz sei der Waschbär allerdings noch nicht so stark verbreitet wie etwa im Nordwesten Bayerns. Das könne sich jedoch ändern, sollte das Tier nicht vermehrt bekämpft werden, warnt Bradtka. Denn Waschbären seien sehr fortpflanzungsfreudig und "haben keine natürlichen Feinde - außer dem Straßenverkehr".

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.