Häppchen, Getränke, Gespräche und Vorträge. Die Weidener Grünen haben am Samstagnachmittag zum Neujahrsempfang in ihr neues Fraktionsbüro eingeladen. Die Räume tragen den Namen „Raum für Alle“ und genau das wollte die Partei auch zeigen: Offen sein, zuhören, diskutieren. Gastgeberin war die Landtagsabgeordnete Laura Weber, die zugleich als Oberbürgermeisterkandidatin der Grünen für die Wahl am 8. März antritt.
Weber nutzte den Nachmittag, um ihre politischen Schwerpunkte zu skizzieren und um gleich ein zentrales Thema ihres Wahlkampfs zu setzen: Frauen. „Wir haben viele neue Mitglieder, vor allem Frauen. Das gibt richtig Power“, sagte sie. Frauen seien in der Weidener Kommunalpolitik deutlich unterrepräsentiert, obwohl sie die Hälfte der Bevölkerung stellten.
Missverhltnis ändern
„Das ist ein Missverhältnis, das wir ändern müssen.“ Der Blick auf Wahllisten anderer Parteien bestätige das. Insgesamt liege die Oberpfalz beim Frauenanteil in den Räten weit hinten. Ziel sei es, Frauen zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen und für den Stadtrat zu kandidieren.
Dass das Thema emotional aufgeladen ist, verschwieg Weber nicht. „Das Genderthema regt auf“, wusste sie, genderte aber konsequent weiter. Auf ihrem T-Shirt stand unübersehbar: „Wählt Frauentag – 8. März 2026“.
Von Bildung bis Finanzen
Inhaltlich stellte Weber ein Programm vor, das von Bildung über Stadtentwicklung bis zu Finanzen reicht. Gute Bildung sei ein Grundpfeiler, der geplante Realschulneubau ein wichtiger Schritt. Unter dem Schlagwort „Raum für alle“ nannte sie bezahlbaren Wohnraum sowie bessere Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr. Große Aufgaben sieht sie bei der Wärmewende und sprach sich für Quartierslösungen und Nahwärme als Zukunftsthemen aus.
Ein weiteres Schwergewicht legte Weber auf die Innenstadt: mehr Leben, mehr Frequenz, mehr Aufenthaltsqualität. Auch mit ungewöhnlichen Ideen wie Kinderspielplätzen im Zentrum. Beim Thema Verkehr kam sie schnell auf den Bahnhof zu sprechen. „Da gibt’s noch viel zu tun“, sagte sie. Auf die Elektrifizierung der Bahnstrecke hoffe sie seit 20 Jahren. Die Ampelregierung habe viel Geld in die Bahn gesteckt und Projekte angestoßen, nun sei wieder Stillstand. „Kein Geld mehr da“, so Weber.
Keine Reue wegen West IV
Zur angespannten Finanzlage der Stadt sagte sie, das gescheiterte Gewerbegebiet Weiden-West IV sei nicht der Grund. Große Industrieansiedlungen seien derzeit kaum realistisch. Und ob Logistikzentren Gewerbesteuer abwerfen würden, sei fraglich. Ihre Lösung: interkommunale Gewerbeflächen.
Zum Abschluss sprach Theresa Eberlein, seit Januar 2024 frauen- und vielfaltspolitische Sprecherin der Grünen Bayern. Enikoe Nagy ließ die Geschichte der Frauenhäuser Revue passieren. „Dass die Rechte von Frauen unterdrückt werden, bedroht Menschenleben“, sagte sie.













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