24.09.2019 - 18:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

NOC-Eröffnung: Wer ins Zentrum muss, nimmt den Bus

Das Nordoberpfalz-Center öffnet am Donnerstag, 11 Uhr. Damit beginnen drei Tage Ausnahmezustand – in der Einkaufsstadt Weiden, vor allem auch auf den Straßen. Schon heute ist klar: Wer ohne Stress ins Zentrum will, muss den Bus nehmen.

Eingebettet in die Bebauung der westlichen Innenstadt entstand das neue Nordoberpfalz-Center, das am Donnerstag eröffnet wird. Über einen Steg angebunden ist auch ein Parkdeck (Bildmitte) mit 480 Stellplätzen.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Nicht nur im künftigen Einkaufstempel wird nochmals der Druck auf die Arbeiter erhöht. Alles werkt am Anschlag. Auch auf den Straßen der Stadt ist Vollgas angesagt: In der Leibnizstraße, als Verbindung von der Weigel- zur Ringstraße einer der Zubringer zum NOC-Parkdeck, glüht der Asphalt. Die Firma Kraus versucht, den Kanalgraben zu schließen und die Fahrbahn bis Mittwochabend gänzlich zu räumen. Gleiches gilt auf dem Zufahrtsknoten zum NOC-Parkdeck: Die Kreuzung Schiller-/Ring- und Luitpoldstraße wurde mit Hochdruck den künftigen Anforderungen angepasst und umgebaut.

Die goldene Regel lautet in diesen „Chaos-Tagen“: Wer nicht ins Stadtzentrum muss, macht einen möglichst weiten Bogen, nutzt die Tangenten. Wer hingegen das NOC erkunden, über den roten Teppich, den die Innenstadt-Initiative „Wir sind Weiden“ ausrollt, schreiten und bei den Aktionen des Stadtmarketingvereins dabei sein will, nimmt den Bus, kommt als Radfahrer oder Fußgänger.

1-Euro-Ticket für den Bus

Zur NOC Eröffnung verweist Reinhold Gailer, Leiter des Amts für Öffentliche Ordnung ausdrücklich auf den ÖPNV, der mit dem 1-Euro-Ticket am 26., 27. und 28. September unschlagbar günstig ist und einen wichtigen Beitrag zur Entzerrung der Verkehrsproblematik in der Innenstadt leistet. Die gute ÖPNV-Anbindung an den neuen Einkaufsmagneten unterstützt das NOC durch seine Beteiligung an den Kosten. Das Ticket kann ganz unkompliziert beim Einsteigen erworben werden. Am jeweiligen Gültigkeitstag kann das Ticket übrigens beliebig oft benutzt werden.

Für alle anderen, die die Neugierde gewaltig drückt und die mit dem Auto in die Innenstadt wollen (oder auch müssen), gilt: Viel Geduld einpacken, Ruhe bewahren und gut Zeit einplanen. Lange Staus scheinen vorprogrammiert – sowohl zu den Parkplätzen in der Innenstadt wie auch wieder auf dem Weg nach Hause. Ein kleines Bonbon reicht die Betreiberin der Parkdecks in den Naabwiesen, der Friedrich-Ebert-Straße sowie der Allee-Tiefgarage den Autofahrern mit dem „Sonntagstarif“ bei den Parkgebühren: Eine Stunde Parken kostet nur 50 Cent. Reinhold Gailer erwartet Verhältnisse wie bei einem „sehr guten Kathrein-Sonntag“. Allerdings sind die Behördenparkplätze nicht offen. „Da es sich um einen normalen Wochentag handelt, gibt es darüber hinaus keine weiteren Sonderparkzonen“, bemerkt die Stadt.

Rücksicht nehmen

Johann Wurm, Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Weiden, rät – übrigens ebenso wie Reinhold Gailer – zu Gelassenheit und gegenseitiger Rücksichtnahme. Dies gilt besonders für Autofahrer, die das NOC-Parkdeck verlassen wollen: Zweispurig und nur nach rechts (stadteinwärts) geht’s in die enge Sedanstraße. Erfahrungswerte sind für eine derartig gewagte Verkehrsführung in Weiden noch nicht vorhanden. Der Polizei war sie bis zur Ortsbegehung in dieser Woche sogar unbekannt.

Neuralgische Stauzonen sind die Sedanstraße, der Knoten Schiller-, Ring-, Luitpold- und Wolframstraße (ins Parkdeck aus Richtung Westen und Norden) sowie die Bürgermeister-Prechtl-, Sedan-, Luitpold- und Wolframstraße. Aus Richtung Süden ist das NOC-Parkdeck über Schiller-, Leibniz-, Ring-, Goethe- und Wolframstraße sowie über Sedan- Luitpold- und Wolframstraße erreichbar.

Kommentar:

Der Weidener weiß: Er sollte besser zum NOC gehen

Das bisschen Stau kann uns die Vorfreude auf den ersten Besuch im NOC doch wirklich nicht vergällen. Wir erinnern uns an die früheren Kathrein-Sonntage, an denen es kein Vor und Zurück mehr gab. Wir als Weidener gehen erst gar nicht das Risiko ein, uns allzu lange auf den Zufahrten in die Innenstadt mit dem Auto anstellen zu müssen. Wir gehen zu Fuß, steigen aufs Rad oder in den Bus. Die Straßen räumen wir für die Gäste „von auswärts“, die ebenso neugierig sind wie wir. Für einen Euro ins Zentrum und zurück: Das ist das Sonderangebot in diesen Chaos-Tagen. Dass es nicht das einzige Bonbon bleibt, dafür sorgen das NOC und die Einzelhändler in der Innenstadt, die zudem den roten Teppich zu ihren Geschäften ausrollen.
Noch wird am NOC und drumherum am Anschlag gearbeitet. Am Donnerstag soll aller Baustaub beseitigt sein. Baustelle bleibt ausgerechnet das NOC-Parkdeck: Dort sind die 480 Stellplätze anfahrbar. Doch an der Fassade fehlen die versprochenen Keramik-Stelen.
Aber auch das kann unsere Vorfreude auf die NOC-Eröffnung nicht trüben, zumal auch der „Spannungsbogen“ erhalten bleibt: Wer wird die laut Internet-Etagenplan leerstehenden Verkaufs- und Gewerbeflächen künftig nutzen? Die Antworten gibt es hoffentlich bald, damit das NOC möglichst schnell auch wirklich komplett ist.

Josef Johann Wieder

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Restarbeiten. Auch die Leibnizstraße, in der seit Frühjahr ein Kanal verlegt wurde, und die ein wichtiger Zubringer sein wird, ist zur NOC-Eröffnung wieder frei befahrbar.
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