04.01.2019 - 16:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

NOC-Fassade lebt vom Kontrast

Das haben sich viele ganz anders vorgestellt. Die Fassade des Nordoberpfalz-Centers (NOC) trägt in Teilen nicht die beim Architekturwettbewerb versprochenen, weiß schimmernde Keramikstelen, sondern dunkel eingefärbte Betonplatten.

Fondara spricht von anthrazitfarbenen Kunststein, die Weidener sehen schwarzen Beton, auch in der Ringstraße. An der Schauseite zum Macerata-Platz sollen Keramikstelen die Fassade des NOC verschönern.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Obwohl von den Oberpfalz-Medien mehrfach berichtet, wird erst jetzt vielen Bürgern klar, dass die Fassadengestaltung der Stadtgalerie "im hinteren Bereich", also hin zur Goethestraße, bereits dem "Endstadium" entspricht.

Zwar verweist Bauherr Fondara oft und gerne darauf, dass der anthrazitfarbene Kunststein von einem fachkundigen Gremium sorgsam ausgewählt wurde und durchaus dem architektonischen Zeitgeist entspreche. Aber die Betrachter sind teilweise bestürzt, wenn sie auf die erdrückend hohen, dunkle Betonwände blicken.

Eröffnung verschiebt sich

Weiden in der Oberpfalz

Betonfassade gegliedert

Die Versuche, mit Rillen, Fugen und Platten, die Fensteröffnungen nachahmen, Struktur in die Fassade zu bringen, sind zwar lobenswert. Sie können aber die Wucht des NOC-Neubaus nicht kaschieren. Von den in den Kunststein eingebetteten bunten, hellen Steinarten ist wenig zu sehen. Sie entwickeln keinerlei "erhellende" Wirkung.

Die "Schau-Seiten" des NOC tragen jedoch weiterhin den Keramik-Schmuck. Die Stelen sind in der Sedan-, Weißenburgstraße sowie teilweise in der Ring- und in der Goethestraße bis auf Höhe des 32 Meter langen Übergangs weiterhin gesetzt.

Bürger verwundert

Bei den Stadträten und im Rathaus laufen zunehmend Äußerungen von "verwunderten Bürgen" auf, die der Kunststein wenig begeistern kann. Im Bauamt wiederum zeigt man sich über die Klagen überrascht. Die Fassadengestaltung entspreche der Baugenehmigung vom September 2016. Die Stadt habe nur die Möglichkeit, Änderungen an der Fassade zu fordern, wenn das Gebäude das Stadtbild "grob verunstaltet". Dies sei hier aber sicher nicht der Fall. Es sei klar, dass die Stadtgalerie "eine gewisse Dimension" haben und "kein Puppenhaus" entstehen werde.

Sorgsam eingepasst

Es sei auch nicht im Wettbewerb nicht geplant gewesen, die Stadtgalerie ringsum mit Keramikstelen zu versehen, betont NOC-Projektleiter Philipp Hlousek. Vielmehr lebe die gesamte Fassade vom Kontrast, Mit der sorgsam auswählten Gestaltung werde der große Komplex zoniert, so dass er auf das Umfeld reagiere und mit der kleingliedrigeren Nachbarbebauung kommuniziere. "Darum die Schattenfugen, die Reliefs, die angedeuteten Fenster in unseren Kunststeinplatten. Wir sind mit unseren Fachleuten überzeugt, dass das alles so gut und richtig ist."

Bisher sei eben nur ein Teil der Fassade fertig. "Der derzeitige Zustand man wirklich nicht so charmant sein", gesteht Hlousek. Er bittet aber die Betrachter des Bauwerkes: "Gebt uns die Chance, das alles erst fertig zu stellen und die komplette Fassade in Erscheinung treten zu lassen. Schaut sie Euch dann an. Das NOC wird gefallen."

Hlousek erläutert weiter: "Hätten wir die NOC-Fassade gefällig gemacht, wäre sie beliebig und langweilig geworden. Jeder hätte gesagt, wir hätten die Chance verpasst, in Weiden etwas Besonderes zu schaffen. Man muss sich schon die Zeit nehmen, diese Fassade auf sich wirken zu lassen und lieb zu gewinnen. Ecken und Kanten mögen zunächst stören. Aber dann empfindet man sie als das Einmalige. Das ist wie mit einem neuem besonderen Musik-Stück: Da muss man muss auch erst sich hineinhören."

Die helle, edle Fassadengestaltung verbindet jeder mit dem NOC. Die hellen Keramikstelen werden aber nur in der Sedan- und Weißenburgstraße sowie in Teilen der Ring- und Goethestraße die Stadtgalerie verschönern.
Angeschrammt? Eine Stoßfuge, hier in der Goethestraße ist beschädigt.
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