20.07.2021 - 11:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Wohin nur mit der Beuys-Wandereiche in Weiden?

Joseph Beuys hatte 1982 zur „documenta 7“ in Kassel die Skulptur „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ initiiert. In Weiden griff jetzt der Kunstverein das Konzept „Die Wandereiche“ auf. Doch wohin mit dem Baum?

Thomas Müller (links) von der Stiftung "Dasmaximum" und Wolfgang Herzer präsentieren das Konzept.
von Helmut KunzProfil

Die Skulptur „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ von Joseph Beuys zur "documenta 7" 1982 in Kassel bestand aus 7000 Eichen, denen jeweils eine Basaltstele zugeordnet wurde. Das Projektziel wurde 1987 erreicht. Es handelte sich dabei um ein weltweit einmaliges, lebendiges Kunstwerk, das das Bild der Stadt und ihrer Umgebung nachhaltig verändert hat.

Im Sinne der Idee des Künstlers wurde später das Kooperationsprojekt „Eichenpflanzung zu Ehren von Joseph Beuys“ von der Stiftung "Dasmaximum" kuratiert. Für die Max-Reger-Stadt wurde jetzt das Konzept „Die Wandereiche“ vom Kunstverein Weiden aufgegriffen. In Zusammenarbeit mit der Stiftung und dem Stadtkultur Netzwerk Bayerische Städte.

„Das Thema ist sehr vielgestaltig, weil sich viele Räume und Zwischenräume finden lassen, wo dieser Baum platziert werden könnte“, berichtete Wolfgang Herzer, der mit Mitstreitern schon auf Spurensuche gegangen war. Bei einer Gesprächsrunde im Kulturzentrum Hans Bauer, bei der auch Thomas Müller von der Stiftung zugegen war, stellte Herzer eine Reihe möglicher Standorte vor.

„Wir haben im Max-Reger-Park eine Stelle, den Woodstock-Hügel, wo sich Weidener Schüler treffen und Ramba-Zamba machen. Da wäre Beuys mit seinem Baum mitten unter der Jugend.“ Weitere Möglichkeiten: Der Max-Reger-Park an sich, das Regenwasserauffangbecken im Krebsbachbereich, die Fischsteige am Flutkanal, das Stadtbad, das Zentrum des Großparkplatzes, der Rangierbahnhof, der Fichtenbühl unter dem sich das Panorama der Stadt Weiden ausbreitet. Herzer: „Das wäre schon eine philosophische Position: Weiden von oben mit Beuys an der Seite.“

„Die Plätze haben junge Leute mit ihren Fahrrädern erkundet und fotografiert. Letztendlich sind wir bisher zu keinem Ergebnis gekommen, welcher Stelle man den Vorzug geben sollte.“ Irgendwann sei dann die Erleuchtung gekommen: „Die Synthese des Ganzen ist die Wandereiche. Das bedeutet: Wir haben einen mobilen Erdcontainer, der auf einem Anhänger steht." Eiche und Stele würden also in einem Pflanzgefäß platziert. Noch sei allerdings nicht festgelegt, wo beide einmal stehen sollten.

„Wir könnten dem Suchen, dem Unterwegs sein eine Gestalt geben. Wenn wir die Eiche an einem festen Platz platzieren, dann ist das eine nicht gewachsene Sache. Dann ist das ein musealer Akt. Mit der Mobilität, die man dem Ganzen für eine gewisse Zeit zuordnet, könnte man das Thema länger wachhalten und die Weidener Bevölkerung stärker einbinden.“

Technisch machbar sei dies und ästhetisch auch, betonte Müller. Stadtgärtner Thomas Huber hatte hingegen Einwände. Bei einem ständigen Ortswechsel würde die Eiche bald "die Grätsche" machen, sagte er. Und Kulturamtschefin Petra Vorsatz betonte, dass der Aufzug von Gabelstapler und Lkw dem inzwischen alles überragenden Thema „Kultur und Klima“ zuwiderlaufe. „Solange ist diese Wanderaktion auch nicht gedacht", winkte Herzer ab. „Wir müssen Überzeugungsarbeit leisten auf allen Ebenen.“ Stadtförster Wolfgang Winter empfahl den Künstlern, Eicheln auszusäen und das Bäumchen von Grund auf aufzuziehen.

Herzer appellierte an die Bevölkerung, die Augen offen zu halten. Alles was mit Steinen und Holz zu tun habe, tangiere die Installation. Wer gute Baumgeschichten kenne, vielleicht noch aus seiner Kindheit, sollte sie niederschreiben und dem Kunstverein Weiden zukommen lassen.

Carolin Schiml vom Rio-Raum (Verein für junge Kunst und Kultur Weiden), Beate-Josefine Luber (Blog "Hinterlandrauschen"), Kristian Perlifan (Fridays for Future) und Irene Fritz (Oberpfälzer Kunstverein und Jugendkunstschule im Kunstbau Weiden) stellten ihr Rahmenprogramm vor.

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