Täglich leisteten Frauen weltweit zwölf Milliarden unbezahlte Stunden. Lege man den deutschen Mindestlohn zugrunde, seien das zehn Billionen Dollar pro Jahr. „24-mal so viel, wie die drei Branchenriesen Apple, Google und Facebook zusammen erwirtschaften.“
Frauen arbeiteten dreimal so viel ohne einen Lohn dafür zu bekommen wie Männer. Daraus resultiere ein enormes Risiko für spätere Altersarmut. In Deutschland verdienten Frauen immer noch 21 Prozent weniger als Männer bei vergleichbaren Arbeiten. Europaweit seien es 16 Prozent. „Wir brauchen ein besseres Bildungsangebot und eine gerechtere Verteilung von Erziehungs- und Betreuungsarbeiten.“ Frauen sollten Netzwerke aufbauen, wie Männer es auch täten.
Der Besuch war überwältigend, die Stimmung im Saal nicht minder. Dafür sorgten zum einen die Tanzgruppe „Kalinka“, zum anderen die Sketchpartner Wilhelm Moser und Lore Leitmeier, die sich beide darum stritten, welcher ihrer Cholesterinspiegel höher sei. Traditionell werden bei dieser von Sabine Zeitler bei ihrer Amtsübernahme ins Leben gerufenen Veranstaltung drei bedeutende Frauen vorgestellt.
Waltraud Koller-Girke beleuchtete das Leben der ersten Bundestagspräsidentin Annemarie Renger, die sie einmal persönlich in Weiden kennen lernen durfte. Anke Reiß stellte die Weidnerin Anne Frank vor und Sonja Schreglmann sprach über Friederun Köhnen, die erste Frau, die sich mit einer Versuchsküche selbstständig machte.
Oberbürgermeister Kurt Seggewiß: „Ich ziehe meinen Hut vor Eurer Weiblichkeit.“ Seine SPD-Damen hätten längst Verantwortung für diese Stadt übernommen. „Frauen auf der ganzen Welt geht es immer schlechter. Überall werden Frauenrechte mit Füßen getreten.“ Man denke nur an den arabischen Raum, Südamerika und Indien. In westlichen Demokratien laufe es etwas besser, weil hier die Stellschrauben anders justiert seien.
„Die SPD ist ein wichtiger Garant dafür, dass immer wieder der Finger in die Wunde gelegt wird.“ Auch als Oberbürgermeister müsse man darauf achten, dass Frauen zu ihrem Recht kämen. „50 Prozent der Führungspositionen im Rathaus sind mittlerweile in Frauenhand.“ Auch der gehobene Dienst bei der Stadtverwaltung werde immer weiblicher. Das habe mit Bildung zu tun. Seggewiß glaubte, dass es noch 25 Jahre dauern werde, bis Frauen überall in Deutschland gegenüber Männern gleichgestellt seien. Noch immer würden Frauen schlechter bezahlt.














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