04.06.2019 - 18:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Oberbürgermeister-Kandidat: CSU grast die Basis ab

Stadtrat Heiner Vierling ist bisher nach wie vor der einzige vorgeschlagene OB-Kandidat der CSU. Ob es dabei bleibt? Das will die Partei jetzt ganz genau wissen. Deshalb hat sie dazu eine Kandidatenfindungskommission eingesetzt.

CSU-Vorsitzender Stephan Gollwitzer: "Wir wollen in die Partei hineinhören und feststellen, ob es weitere OB-Kandidaten gibt."
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Die vierköpfige Kommission ist auf Vorschlag und in Absprache mit Generalsekretär Markus Blume installiert worden, der am Montag vergangener Woche an einer internen Kreisverbandssitzung in der Max-Reger-Halle teilgenommen hatte. Ihr gehören Ehrenkreisvorsitzender und Bürgermeister Lothar Höher, der aktuelle Kreisvorsitzende Stephan Gollwitzer, Fraktionschef Markus Bäumler und die stellvertretende Kreisvorsitzende Dagmar Nachtigall an. Die Gruppe will nun die zwölf Weidener Ortsverbände und die sechs Arbeitsgemeinschaften (Christlich-Soziale Arbeitnehmer, Frauenunion, Junge Union, Seniorenunion, AG Außen- und Sicherheitspolitik und Mittelstandsunion nördliche Oberpfalz) anschreiben und feststellen, ob aus deren Reihen noch weitere Bewerber für die OB-Kandidatur zur Verfügung stehen.

Gegenüber Oberpfalz-Medien sprach Gollwitzer von einem sehr basisdemokratischen Vorgehen. "Wir wollen in die Partei hineinhören." Sollten sich weitere Kandidaten finden, würden die gesamten Mitglieder befragt. Die Nominierung ist nach wie vor für den 27. Juni vorgesehen. Gollwitzer räumt bezüglich der zeitigen Vorgabe ein "sportliches Ziel" ein. "Das schaffen wir." Bei der OB-Kandidaten-Findung ist es dem CSU-Vorsitzenden wichtig, die Mitglieder einzubeziehen. Die damit verbundene Transparenz werde auch für Ruhe in der Partei sorgen. Und: "Demokratischer kann man nicht sein."

Die laut Gollwitzer "sehr, sehr gute Stadtratsliste" befindet sich in der Feinplanung. Sie soll noch rechtzeitig vor den Sommerferien offiziell aufgestellt werden. Und noch ein Termin: Am 17. Juni trifft sich der neue Kreisvorstand zu seiner konstituierenden Sitzung. Dabei soll der noch vakante vierte Stellvertreter-Posten besprochen werden. Stadträtin Steffi Sperrer hatte bei den Neuwahlen nicht die nötige Stimmenmehrheit erhalten.

Kommentar:

Endlich aufstehen

Seit einigen Wochen steht ein Bewerber der CSU für die OB-Kandidatur fest. Hans Blum war vorgeprescht, hatte den Stadtratskollegen Heiner Vierling vorgeschlagen und dieser hatte seine Bereitschaft erklärt. Inzwischen haben mehrere Ortsverbände ihre Unterstützung zugesagt und auch Partei- und Fraktionsvorstand deuteten irgendwie an, sie würden hinter dem Gartenbauer und Landwirt stehen. Als dann auch noch die Bürgerliste mit ihrem Versuch scheiterte, den Unions-Mittelständler Benjamin Zeitler als gemeinsamen Kandidaten zu installieren, schien alles klar. Vierling wird OB-Kandidat.
Trotzdem waberte das Gefühl in der Politsphäre, das war’s noch nicht, da kommt noch was. Und jetzt kommt eine Kandidatenfindungskommission (Favorit für das Unwort des Jahres), die in die Partei hineinhören will, um weitere Kandidaten zu finden. Will man Vierling doch nicht so endgültig? Dann wäre es für den einen oder anderen an der Zeit, einfach aufzustehen und so deutlich wie Blum und Vierling zu sagen, was Sache ist.

Von Volker Klitzing

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