19.11.2018 - 14:43 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Von Olympiasiegern und Steinzeitwerkzeugen

Adalbert Busl stellt den 63. Band der Jahresschrift "Oberpfälzer Heimat" vor. Der Schriftleiter, der rund 30 Ausgaben seinen Stempel aufdrückte, hat für die nächste Ausgabe einen Wunsch.

Zum Schluss überreicht Petra Vorsatz Schriftleiter Adalbert Busl ein Geschenk.
von FSBProfil

Seit dem 34. Band der Jahresschrift "Oberpfälzer Heimat" prägt Adalbert Busl aus Wiesau als Schriftleiter diese Reihe des "Heimatkundlichen Arbeitskreises". Nun stellte er im Vereinsheim Almhütte mit einigen der 18 Autoren den neuen "Band 63" vor. Auf 224 Seiten widmen sie sich in auch mit etlichen Farbfotos bebilderten Beiträgen verschiedensten Epochen. Von der Vor- und Frühgeschichte über das Mittelalter, die Zeit zwischen Reformation und Dreißigjährigem Krieg und das 18. und 19. Jahrhundert bis hin zur aktuellen Zeitgeschichte.

In einem Dienstzimmer im Landratsamt Neustadt/WN zeigt ein bis in die 60er Jahre verdecktes Deckengemälde Göttervater Zeus, der Ganymed auf den Olymp entführt. Höchstwahrscheinlich arbeitete genau dort von 1947 bis 1949 der Olympiasieger im Gewichtheben Rudolf Ismayr. Bernhard Steghöfer erinnert an diesen dienstlichen Vorgänger, der als Weltmeister und Weltrekordler so populär war wie heute ein Max Schmeling oder Franz Beckenbauer.

Über das "Verbrechen" des Bauernsohns Ludwig Völkl, dem "Stall-Lenzn" aus Schwanhof bei Georgenberg, berichtet Harald Fähnrich. Weil dieser während seiner Arbeit als Gruppenleiter im Steinbruch des KZ Flossenbürg Mitleid für einen Häftling zeigte und denunziert wurde, landete er in den Lagern Dachau und Buchenwald, woraus er krank zurückkehrte und mit 32 Jahren starb.

Im zweiten Teil seiner Nachforschungen über den Einfluss der Obrigkeit in der Zeit der Monarchie auf Weidener Hunde und Hundehalter befasst sich Sebastian Ott mit dem Kampf gegen die Tollwut, der Hundeabgabe und den Hundefuhrwerken, mit denen Fleisch vom Schlachthof in die Metzgereien gebracht wurde.

Passend zum 100. Jahrestag schildert Erich Zwack die Unterstützung deutscher Soldaten im 1. Weltkrieg durch Feldpostpakete mit Liebesgaben aus Schwandorf. Diese enthielten Tabakwaren zur Ablenkung von den Kriegsgräueln und zur Stärkung der Kampfbereitschaft, gestreckt mit Buchenlaub und Rosenblättern.

Die junge Autorin Antonia Wechsler beschreibt in ihrem Artikel, mit dem sie Landessiegerin beim Wettbewerb des Bundespräsidenten wurde, einen wesentlichen Gesichtspunkt aus dem Leben von Max Reger. Ihm, aus einem katholischen Elternhaus, eröffnete der Umgang mit der "protestantischen Musik" neue Welten.

Anton Fleischmann erzählt in seinem Beitrag über die "Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes" in seinem Geburtsort Luhe über die wechselvolle Geschichte des sakralen Gebäudes. Ein Kleinod unserer Heimat stellt Hans Ottmann mit der Ulrichkirche in Wilchenreuth vor. Aufgrund neuen Archivmaterials beschäftigt sich Thomas Freller mit der Malteserkommende Enzenrieth. Weitere Artikel des Buches befassen sich mit der Aufnahme des Schulbetriebs in Wiesau nach dem 2. Weltkrieg, mit der Geschichte der Gendarmerie im Bezirksamt Tirschenreuth, mit den Neumarkter Passionsspielen im 18. Jahrhundert, mit dem Fund einer Scherbe aus der Zeit um 500 v. Chr., Schlagwerkzeugen als Zeugnis steinzeitlichen Alltags und dem angedachten Tausch des Gemeinschaftsamtes Parkstein-Weiden gegen ein kurpfälzisches im 16. Jahrhundert.

Zum Schluss sprach Busl die Hoffnung aus, Neueinsteiger als Autoren für die nächstjährige Publikation zu gewinnen. Vorsitzende Petra Vorsatz, für die der Arbeitskreis Bestandteil ihres Lebens sei, bezeichnete den Begriff Heimat als etwas Wertvolles und dankte Busl mit einem Geschenk.

Das Buch "Oberpfälzer Heimat, Band 63" ist zum Preis von 12,90 Euro in der Geschäftsstelle des Heimatlichen Arbeitskreises im Alten Schulhaus, Schulgasse 3a, sowie in allen Buchhandlungen erhältlich.

Vorsitzende Petra Vorsatz eröffnet die Veranstaltung

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